Die Dessauer DON'T TRY THIS bekleckern sich klanglich vorneweg nicht gerade mit Ruhm, sondern disqualifizieren ihren ohnehin abgegriffenen Metalcore zusätzlich mit diesem blechernen Sound, aber der Reihe nach …
Zwischen Keyboard-Kleister vom Dancefloor, Stakkato-Beliebigkeit und Emo-Jammern ("Nothing Is Like Before") neben sphärisch effektbeladenem klaren Gesang ("When They Rise") steht skandinavischer und spezifisch Göteborger (Lala-)Death Metal im Vordergrund des Schaffens der Gruppe, wobei Frontmann Carlo ansonsten leidlich überzeugend zwischen Schrei und Kotz intoniert.
Die Texte der Band fallen völlig beliebig aus: weinerliches Befindlichkeitszeug aus dem "tiefsten Inneren" hier, aufgesetzte Weltuntergangsstimmung dort … Kompositorisch bewegen sich DON'T TRY THIS bei aller Konventionalität auf für ihren Bereich solidem Boden, was heißt, dass sie dem Genre keine Schande tun, bloß dass es für sich genommen schon völlig abgegrast wurde. Die wenigen Platzhirsche auf dem Feld haben sich längst anderweitig orientiert bzw. stilistisch weiter ausgestreckt.
Immerhin, DON'T TRY THIS bekommen eine halbwegs aufrichtige Ballade mit unverzerrten Gitarren (Hut ab!) auf die Kette ("Falling Deeper"), aber die macht den Bock nicht mehr fett.
FAZIT: DON'T TRY THIS sind typische zu spät Gekommene, wie sie heute immer noch zahllose Jugendclubs bevölkern. Veröffentlichen muss kein größeres Label diese allenthalben zweckdienliche Metalcore-Soße, wobei … welchem Zweck soll "Wireless Slaves" eigentlich dienen?
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.01.2016
Koppy
Carlo
René, Phil
René
Stephan
FinestNoise / Radar
36:13
15.01.2016