Zurück

Reviews

Dudley Taft: Live In Europe

Stil: Blues Rock

Cover: Dudley Taft: Live In Europe

It's in the title: Aufgenommen in den Niederlanden und Polen - beides dankbare Terrains für US-Roots-Rock - stellt "Live In Europe" eine Konzertnachlese des recht bekannten Blues- und Americana-Gitarristen aus Ohio dar, die verwandten Produkten anderer Künstler in nichts nachsteht.

Schon gar nicht in Sachen Sound: Das Ding klingt bombig, aber nicht in erheblichem Maße nachbearbeitet. Die Band wirkt trefflich aufeinander eingespielt. Die Setlist setzt sich aus Eigenkompositionen und Coverversionen zusammen, letztere perfekt eingeflochten in das stilistisch verhältnismäßig wandelbare Potpourri, mit dem Taft seine bisherige Karriere Revue passierne lässt. Der Mann hat spürbar Bock auf das, was er da jeweils tut (die Übergänge von einem Standort zum anderen und zurück sind kaum auszumachen, sodass der Eindruck eines geschlossenen Mitschnitts entsteht), und keht seine Seele hervor, ohne gediegenes Handwerk zu vernachlässigen.

Demgemäß kommen auch die Muckerpolizei und reine Gitarrenfans auf ihre Kosten, ob bereits mit dem hypnotischen Opener 'Skin And Bones' oder beim verblüffend düsteren 'Hard Time Killing Floor Blues', insbesondere aber während des an Fusion grenzenden 'I Heard It On The X', im Shuffle 'Broken Down' und während des ebenfalls leichtfüßigen 'Red Line'.

Die ruhigeren Stücke am Ende - Höhepunkt, das epische 'Drowning On Dry Land' -, wodurch sich eine interessante Dynamik ergibt. Mit den letzten beiden Tracks dreht der Barde dann noch einmal richtig auf. Prima gemacht und ausgesprochen homogen trotz des Gemischs aus eigenen und fremden Federn.

FAZIT: Blues-Rock aus der ersten Liga live - Dudley Taft zeigt abseits von Joe Bonamassas Arena-Bühnen, wie eine standesgemäße Szene-Show auszusehen hat beziehungsweise sich anhören muss, sowohl rein klanglich als auch in Hinblick aufs gebotene Material. "Live In Europe" ist eine Pflichtscheibe für jeden Genre-Fan und eignet sich auch vorzüglich zum Kennenlernen von Trey Anastasios Schulkumpel, der kommerziell durchaus mehr reißen könnte.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.12.2016

Tracklist

  1. Skin And Bones
  2. Meet Me In The Morning
  3. I Heard It On The X
  4. Broken Down
  5. Hard Time Killing Floor Blues
  6. Pack It Up
  7. If Heartaches Were Nickels
  8. Ain't Nothing Gonna Stop Us Now
  9. Red Line
  10. Long Way Down
  11. Drowning On Dry Land
  12. Palace Of The King
  13. Oh Well

Besetzung

  • Bass

    John Kessler

  • Gesang

    Dudley Taft

  • Gitarre

    Dudley Taft

  • Keys

    Eric Robert

  • Schlagzeug

    Carl Martin

Sonstiges

  • Label

    Taft Enterprises

  • Spieldauer

    67:58

  • Erscheinungsdatum

    02.12.2016

© Musikreviews.de