Diese Jungs aus Colorado mögen ihren Namen exzentrisch ausschreiben, spielen aber hundsgewöhnlichen Southern Rock, wobei sie angenehmerweise jegliche Redneck-Gebahren außen vor lassen und sich einfach auf gute Songs beschränken. Derer gibt es auf "Feedback Is Failure" zur Genüge, aber nicht mehr oder weniger.
Der Zusatzwert der Scheibe ist also quasi nicht vorhanden, aber was wünscht sich der Stilverehrer mehr, als dass sein Leib-und-Magen-Sound aus dem Effeff zitiert wird? Klar, in frischer Weise muss es geschehen, und das schaffen DYRTY BYRDS dank mehrerer forscher Stücke, im Verhältnis zu welchen die eher ruhigen oder zumindest im mittleren Tempobereich angesiedelten nicht zurückstecken. Das Gegenteil ist der Fall; "Failure Is Feedback" gewinnt dadurch an Abwechslung, und eine dynamische Produktion begünstigt diesen Effekt zusätzlich.
Die beiden Frontleute - Tori Pater ist der eigentliche Mainman - verfügen zudem über innig herzliche Stimmen, deren Einfühlsamkeit in diesem Bereich nicht der Norm entspricht. Das macht die Platte einen Tick emotionaler als jene von teils großen Konkurrenten, die aber eben bei einem zugkräftigen Label unter Vertrag stehen, Vor diesem Hintergrund wäre es …
FAZIT: … DYRTY BYRDS zu gönnen, dass sie drei Jahre nach ihrem starken letzten Album "Zeitgeist" endlich mal einen kommerziell größeren Wurf landen könnten. "Feedback Is Failure" (sinniger Titel übrigens) offeriert überdurchschnittlich gute Southern-Kost, die auch optisch gesehen zum Pflichtkauf für Freunde des Genre-Undergrounds avancieren dürfte.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.12.2016
Mike "Spanky" McCluer
Tori Pater, Eric Martinez
Tori Pater, Eric Martinez
Andy Clapp
Just For Kicks
55:34
02.12.2016