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The Golden Grass: Coming Back Again

Stil: Psychedelic und Hard-Rock

Cover: The Golden Grass: Coming Back Again

Die einen hören die Flöhe husten, die anderen das goldene Gras wachsen. Und THE GOLDEN GRASS aus Brooklyn vereint die classic-hard-rockigen Retro-Flöhe mit den psychedelischen goldenen Gräsern inmitten einer Hippie-Wiese, auf der man auch gerne einmal einen BLACK SABBATH abhalten darf, miteinander.

Das Ami-Trio setzt uns jedenfalls mit ihrer Variante des Hardrocks in eine Zeitmaschine, drückt den Retro-Knopf bis er zwischen Spät-Sechzigern und Mitt-Siebzigern einrastet und los geht die Reise, bei der wir die PRETTY THINGS-Psychedelic genauso streifen wie den Southern-Folk-Funk der ALLMAN BROTHERS oder den straighten „Hush“-Rock der frühen DEEP PURPLE. Und immer wieder wird dabei das Ruder rumgerissen und eine neue Retro-Klangfarbe durchschifft.

So suhlt sich der „Shadow Traveler“, mit 8 Minuten der zweitlängste Song des Albums, beispielsweise genau dort, wo uns der Band-Name schon hinführt: im - nicht golden, aber - Blue-Grass. Außerdem ist der Song-Titel zugleich komplettes Album-Programm. THE GOLDEN GRASS sind Musik-Reisende im Schatten ihrer ganz großen Vorbilder, ohne sich je dabei von ihnen zu befreien. Sie erweisen ihren Vorbildern die Ehre, ähnlich wie sie zu klingen, aber trotzdem brauchen sie keine Angst zu haben, sich irgendwelchen Plagiats- oder Klon-Vorwürfen aussetzen zu müssen. Das ist die echte Stärke des zweiten Albums dieser noch jungen Brooklyner Band.

Damit ja keine Eintönigkeit einzieht, gibt es mit „Hazy Daybreak“ sogar ein sphärisch schwebendes, von der akustischen Gitarre und später auch noch rhythmischen Schnippen dominiertes Instrumental, das man schlicht und ergreifend als faszinierend und berauscht abgehoben bezeichnen muss.

„Down The Line“ verdüstert uns dann wieder diese schwebende Stimmung, indem wir fast 10 Minuten lang in bester BLACK SABBATH-Tradition mit Teufeln und Hexen um ein Feuer hüpfen dürfen, in dem wir zum Ende hin vor Begeisterung in bester „Paranoid“-Manie fast selber darin lodern. Hinzu kommt noch nach viereinhalb Minuten ein schwer psychedelisches E-Gitarren-Solo, das einem seine finstersten Albträume wieder zur Realität werden lässt. Irre - auch ohne die Wirkung der Glockenblumen, die uns so farbenfroh vom Album-Cover anleuchten.

Wenn dann der letzte furztrocken-feurige Rock-Song auch noch „See It Through“ heißt, glauben wir das THE GOLDEN GRASS unbesehen, aber niemals ungehört. Dieses Trio sieht durch, wenn‘s um die Ur- und Auswüchse des Hard-Rocks längst vergangener Zeiten geht. Und damit alles ordentlich retro bleibt, sollte der Freund dieser Musik natürlich auch unbedingt auf die Vinyl-Ausgabe dieses berauscht-blumigen Albums zurückgreifen.

FAZIT: Das englische „Classic Rock Magazine“ war des Lobes voll für das Debüt von THE GOLDEN GRASS und nannte es „Rock in seiner klassischsten Form“. Genau die gleichen Worte treffen auch für Album Nummer 2 zu!

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.04.2016

Tracklist

  1. Get It Together
  2. Reflections In The Glass
  3. Shadow Traveler
  4. Hazy Daybreak
  5. Down The Line
  6. See It Through

Besetzung

  • Bass

    The Fireball

  • Gesang

    The Golden Goose, Professor Plum Brandy

  • Gitarre

    Professor Plum Brandy

  • Schlagzeug

    The Golden Goose

Sonstiges

  • Label

    Listenable / Edel

  • Spieldauer

    38:02

  • Erscheinungsdatum

    22.04.2016

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