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The Souls: Eyes Closed

Stil: Stadion-Rock mit Pop-Appeal

Cover: The Souls: Eyes Closed

„Mit geschlossenen Augen träumen, hoffen und lieben wir. Nun ist es an der Zeit, diese Träume mit dir zu teilen. Dieses Album ist alles, was auch wir sind. Unser Herz und unsere Seele werdet ihr darin finden!“
Diesen Satz findet man als eine Art musikalische Botschaft im hinteren Teil des insgesamt 24seitigen Booklets vom THE SOULS-Debüt-Album „Eyes Closed“. Und wenn wir beim ersten Songs gleich einmal die Augen schließen, werden wir überrascht feststellen, dass „Silver Rain“ bei uns ein Gefühl weckt, das wir ähnlich beim Hören von den frühen MUSE- oder U2-Scheiben empfanden.
Wow, was für ein Einstieg!

Mit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2AgKVpy0Ytw" rel="nofollow">„Close My Eyes“</a> nehmen THE SOULS dann das Tempo ein wenig zurück und suchen nach der Evergreen-Melodie, die sie mit harmonischen Satzgesängen in himmlische Sphären tragen – fast eine Stadion-Hymne. Nur an einem krankt das Album bis hierhin und im Grunde auch bis zum Ende der 51 Minuten langen CD: die Texte, welche über banale Beziehungsanekdoten nicht hinausreichen.
Melodien zählen viel auf „Eyes Closed“, Worte nur sehr wenig.

Und was musikalisch so schön und spannend und mutig begann, wird im Verlauf des Albums mehr und mehr austauschbar. Pop für‘s Radio, der niemandem wehtut oder beim Bügeln stört. Rhythmisches Mitwippen im Strophe-Strophe-Refrain-Takt ist plötzlich mehr angesagt als die gewagten Wechsel und druckvollen Passagen des ersten Songs. Die sechs Schweizer Jungs fahren mit uns plötzlich <a href="https://www.youtube.com/watch?v=M5C6CF0sups" rel="nofollow">„Tandem“</a> immer im fein einheitlichen Tempo. Gleichtritt und Gleichschritt sind gefragt. So wird aus Vielfalt Einfalt, aus Wohlklang Gleichklang und aus der anfänglichen „Eyes Closed“-Begeisterung pure Pop-Mainstream-Enttäuschung. Da retten einen dann auch die härteren Gitarren von „Cry“ nicht mehr, die mit banalen Refrains zugekleistert werden und am Ende doch wieder nur dieses Stadion-Gefühl hinterlassen, welches man von unzähligen, schwächeren QUEEN-Songs (ohne FREDDY MERCURY) kennt.

Und wenn ich dann im Promo-Sheet lese: „THE SOULS Songs haben Tiefe und tauchen trotzdem regelmäßig in den wichtigsten Schweizer Radios auf“, dann muss dieser Behauptung vehement widersprochen werden, denn die meisten Songs haben eben keine Tiefe, keine textliche Botschaft, kein Charisma – sie sind ideales Futter für alle banalen Radiostationen dieser Welt. Es sind Pop-Songs mit Hit-Potenzial und Einheitsrhythmen, die wir ähnlich schon tausendfach über die Ätherwellen hören mussten, auch wenn sie von einem ausgezeichneten Sänger vorgetragen werden. Man kann dazu gut im offenen Cabriolet fahren und lauthals die Refrains über <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jpGmopV1KCg" rel="nofollow">„Fighting In The Moonlight“</a> oder „Lines In The Sand“ mitsingen. Am Ende jedenfalls bleibt von der Rockband THE SOULS nur noch eine Pop-Band übrig, die sich in U2-Gitarren-Schrammeleien wohl fühlt, ohne auch nur ansatzweise die Hoffnung zu erfüllen, welche sie mit den ersten beiden Songs des Albums geweckt haben.

FAZIT: Ein rundum glattgebügeltes Album, das durch hervorragenden Klang – da waren wirklich echt Profis am Werke – und am Ende recht einfallslose, sich oft wiederholende Melodien überzeugt. Ideal für Freunde guter Hintergrundbeschallung, die irgendwie etwas besonders klingen soll, aber nicht stören darf. Und die abschließende Streicher-Ballade „Stars“ passt dann natürlich wie die Faust auf‘s Auge, während der Schmalz die Ohren zukleistert.

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.09.2016

Tracklist

  1. Silver Rain
  2. Close My Eyes
  3. Run Baby Run
  4. Promised Land
  5. Live
  6. Tandem
  7. Cry
  8. Stay
  9. Lines In The Sand
  10. Fighting In The Moonlight
  11. Whole
  12. Stars

Besetzung

  • Bass

    Rease Nydegger

  • Gesang

    Jay Messerli, Michael Finger, Rease Nydegger, Dominik Grossenbächer, Luk Kipfer

  • Gitarre

    Michael Finger, Luk Kipfer

  • Keys

    Raly Scheuing

  • Schlagzeug

    Dominik Grossenbächer

Sonstiges

  • Label

    Deepdive / H'art / Believe Digital

  • Spieldauer

    51:11

  • Erscheinungsdatum

    26.08.2016

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