Ganz klar, auf Kenneth Brians neuer und vom Umfang her üppig bestückter EP steht neben der fürs Blues- bis Southern-Rock-Spektrum ungewöhnlich bedrückten Gesamtstimmung der Beitrag des 2014 verstorbenen Organisten Ikey Owens (u.a. auch Zuarbeiter von Jack White und Omar Rodriguez-López) im Brennpunkt. Das Debütalbum des Gitarristen ("Welcome To Alabama") klang da wesentlich konventioneller, weshalb diese sieben Stücke auf jeden Fall Lust auf mehr machen.
Sie umfassen ausgehend vom hypnotischen Titelstück zum Aufwärmen eine stilistische Bandbreite zwischen Mainstream-Gefilden ("Shakedown") über die beiden geschmackvollen, intimen Halbballaden "Goin' Down Hard" und "The Pale Horse" zum schwermütigen "Go West", aber "Vultures" mit markant fiependem Keyboard sticht als Highlight heraus. Hiermit stößt THE KENNETH BRIAN BAND fast schon in Space-Rock-Regionen vor, während der Rest eindeutig einen eher gebrochenen Charakter wahrt.
Ebendiese Stimmung macht das knapp 40-minütige Werk zu etwas Besonderem, denn mit dem Hinweis auf die tatsächlich hochwertige Umsetzung lockt man keinen Fan des Stils hinterm Ofen hervor, weshalb …
FAZIT: … zum Schluss betont darauf hingewiesen sei, dass "Blackbird" eine emotional ausgesprochen intensive Angelegenheit ist und als vergleichsweise düstere Veröffentlichung im traditionellen Tagesgeschäft ein sattes Alleinstellungsmerkmal genießt.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.04.2016
Paul Ill, Frank Rische
Kenneth Brian, Travis Stephens, Grace Rische
Kenneth Brian, Travis Stephens
Ikey Owens
Steve Ferrone, Aaron Fisher
Lillie Mae Rische (Fiddle)
Eigenvertrieb / Southern Shift
38:44
18.03.2016