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The Mercury Tree: Permutations

Stil: Progressive Rock

Cover: The Mercury Tree: Permutations

Beim Hören von THE MERCURY TREE kam seit je alles von MUSE bis zu Rock-in-Opposition-Stoff von der Südhalbkugel in den Sinn, und daran ändert "Permutation" nichts, ist allerdings das vielleicht bislang beste Album der Gruppe.

Das Trio zeigt sich nach "Countenance" von 2014 - die Platte war schon ein ziemlich beeindruckender Brocken in allen Belangen - rhythmischer denn je, was ihm einen hektischen Charakter verleiht, doch die Gesamtatmosphäre von "Permutations" leidet nicht darunter, im Gegenteil. Den schwerer verdaulichen Parts, die wiederum nicht wie wegen irgendeines Selbstzwecks eingefügt anmuten, stehen allerlei anheimelnde Momente gegenüber, was mit dem ätherisch brodelnden "Exhume The Worst" beginnt und frühestens mit "Seek and Release" aufhört.

Diesem Stück folgen nämlich zwei überlange Tracks, gleichwohl auch "Deep Five" mit seinen Shoegaze-Anwandlungen betört. "Prometheist" bietet hingegen die härtesten Parts der Platte, wohingegen das ebenfalls zehnminütige Titelstück vorher die womöglich krassesten Brücke verzeichnet. Teils atemberaubende Virtuosität abseits jeglicher Fingerübungs-Konventionen ist im Übrigen überall gegeben.

Jawohl, THE MERCURY TREE sind Quertreiber und nicht zwanghaft "innovativ" sondern haben sich im Laufe der Jahre völlig unabhängig zu einer samt und sonders eigenständigen Formation entwickelt, bei der man viele Einflüsse hört und doch keine Folie dahinter entfernen könnte, weil es sich etwa um Abziehbildern handeln würde. Die wie gesagt präsente und wichtige Stimmung ist deshalb auch unverbindlich und nie einheitlich.

FAZIT: Das Famose an THE MERCURY TREE markiert letzen Endes ihre Fähigkeit sich spielerisch haltlos treiben zu lassen und damit emotional alles auszudrücken, was man sich nur vorstellen kann. Das macht ihre Musik ausgesprochen menschlich und eben so vielfältig, wie jeder von uns ist. "Permutations" stellt ein weiteres Fanal gegen das Einerlei und Über-einen-Kamm-Scheren dar, das uns die Welt (wir selbst auch) und der Alltag aufzutischen suchen. Beispiellose Künstler, beispielloses Album!

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.05.2016

Tracklist

  1. Symptoms
  2. Exhume the Worst
  3. Permutations
  4. Ether/Ore
  5. Placeholder
  6. Unintelligible
  7. Sympathesizer
  8. Seek and Release
  9. Prometheist
  10. Deep Five

Besetzung

  • Bass

    Oliver Campbell

  • Gesang

    Ben Spees, Oliver Campbell

  • Gitarre

    Ben Spees, Aaron Clark

  • Keys

    Ben Spees

  • Schlagzeug

    Connor Reilly

  • Sonstiges

    Tony Mowe (Saxofon)

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb / Just For Kicks

  • Spieldauer

    66:22

  • Erscheinungsdatum

    31.03.2016

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