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The Quireboys: Twisted Love

Stil: Rock’n’Roll/Pub-Riff-Rock

Cover: The Quireboys: Twisted Love

Zum vorletzten regulären Album „Black Eyed Sons“ schrieb Lothar Hausfeld: „Zum Ende hin übertreiben es THE QUIREBOYS allerdings ein wenig mit den ruhigen Stücken“. Das 2015 folgende dreistündige(!) „St Cecilia And The Gypsy Soul“ schwelgte geradezu in gefühlseliger Betulichkeit, sodass anscheinend ein Jahr später bei der zehnten Veröffentlichung kein Bedarf an Balladen herrschten. Okay, ganz zum Schluss lässt das fantastische „Midnight Collective“ die Tempo-Zügel ein wenig schleifen. So in der „Miss You“-Liga. Aber ansonsten …

… legt „Twisted Love“ polternd los und endet auch so. Keine Atempause, im Pub wird Lärm gemacht. Kollege Spike röhrt wie eh und je, der gitarrenlastige Dirty-Ass-Rock’n’Roll bewegt sich schlingernd von Roots- zu Pub- zu Country-Rock, lässt ein bisschen Soul und Americana rein und gesteht dem Opener „Torn And Frayed“ gar ein Fünkchen „Nutbush City Limits“ zu. Ganz stark wird es, wenn Orgel oder E-Piano mitmischen, dann darf schon mal DOORS-Psychedelica das ansonsten eher STONES-lastige Feld umpflügen („Gracie B [Part 2]“). Noch weit überraschender, und höchst gelungen, erinnert der Titelsong von Ferne an die derberen Folkrock-Passagen der WATERBOYS.

Vorherrschend ist aber der treibende, whiskygeschwängerte Rock’n’Roll den The QUIREBOYS aus dem Effeff beherrschen. Dabei ist nicht jeder Song ein einprägsames Highlight, doch davon gibt es eine ganze Menge, und der Rest ist immer noch launiger, gut abgehangener Losgehrock. Gibt weitaus Schlechteres, mit dem man seine Zeit verbringen kann.

FAZIT: „Twisted Love“ zeigt, dass auch eine routinierte Band nach gut drei Jahrzehnten weiterhin mit Lust und Laune aufspielen kann. Ein veritabler Kracher, geschmust wird später. Oder vorher zu „St Cecilia And The Gypsy Soul“. Jetzt ist die Zeit reif für grobkörnigen, schmissigen und immer noch amtlichen Rock’n’Roll. Stroll on, auch oder gerade wenn „Life’s A Bitch“ ist.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.10.2016

Tracklist

  1. Torn And Frayed
  2. Ghost Train
  3. Killing Time
  4. Twisted Love
  5. Breaking Rocks
  6. Gracie B [Part 2]
  7. Life's A Bitch
  8. Stroll On
  9. Shotgun Way
  10. Midnight Collective

Besetzung

  • Bass

    Nick Mailing

  • Gesang

    Spike

  • Gitarre

    Guy Griffin, Paul Guerin

  • Keys

    Keith Weir

  • Schlagzeug

    Dave McCluskey

Sonstiges

  • Label

    Off Yer Rocka/Cargo/Soulfood

  • Spieldauer

    40:49

  • Erscheinungsdatum

    02.09.2016

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