Als THE SHADOW PRINCIPLE im Sommer 2015 auf Nohl Takahashi (Ex-DAIJOBU) stießen, der fortan bei den proggigen Rockern singen sollte, bescherte er den angestammten Musikern eine Frischzellenkur, die sich hörbar auf ihr vier Jahre in der Mache befindliches zweites Album ausgewirkt hat.
"Oblivion" merkt man die lange Reifezeit zwar an, weil die Songs um jegliches Fett entschlackt anmuten, so als habe die Gruppe gründlich überlegt, was wo stehen soll, doch zugleich versprüht das Songmaterial eine unmittelbare Energie, die eher auf Spontaneität schließen lässt. Die geradlinigen Stücke der Marke “When the Sun Appears”, das quasi mit der Tür ins Haus fällt, stehen dabei in puncto Stimmung facettenreicheren Tracks gegenüber, allen voran "Byzantium" und das epische "Stand Down" als zweites Highlight neben "Phantom Satellite", das sich als Single für Radiosender aufdrängt
Abgesehen von virtuosen Kniffen wie "Starless Skies" oder "Headstrong" (gerade rhythmisch echte Hinhörer), ist die Band nämlich bewusst oder unbewusst auf Massengeschmäcker ausgerichtet, denn ihr Material dürfte jedermann gefallen, der LEPROUS und selbst neuere BILLY TALENT mag. Das rotzig punkige Moment ist nämlich nicht zu verhehlen, woraus sich hymnische Qualitäten ergeben … nicht zuletzt durch den neuen Frontmann, der hingebungsvoll intoniert, als müsse er um sein Leben bangen.
FAZIT: Stadien würdige Hooks im Verbund mit energetischer Rockmusik und genau so viel Prog, um die Chose langfristig interessant zu halten - THE SHADOW PRINCIPLE würde in einer gerechten Welt größerer Erfolg zuteil, also hingehört und mitgeholfen, ihr tauben Labels!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.07.2016
Dave Tomkins
Nohl Takahashi, Dave Tomkins
Reza Moosavi
Kurt Berens
Eigen
41:49
08.07.2016