Das letzte reguläre Studioalbum liegt fünf Jahre zurück, in der Zwischenzeit gab es eine Live- und eine Best-Of-Veröffentlichung. Das Kern-Trio ist unverändert beisammen, doch man hat sich zum Quartett erweitert und mit Eric Saylors einen zweiten Gitarristen in die Band geholt. Das sorgt für ein wenig mehr Kontrastierung und Biss.
Gleich zu spüren im Titelsong als Opener, ein kraftstrotzendes Neil Young-Derivat vom feinsten, nicht als Kopie erstellt, sondern eine erkennbare Eigenkreation. Dagegen plackt der folgende, schlichtere Rocker „Mama Got To Ramble“ hörbar ab, ohne jedoch als Ausfall gelten zu müssen. Die Semi-Ballade „Be As It May“ legt dann qualitativ wieder zu. Akustische und elektrische Instrumente gehen eine geschmeidige Verbindung ein, die gekrönt wird von schmachtenden Chorussen und einem gefühlvollen und energischen E-Gitarrensolo.
Diese etwas ruhigere Art zu musizieren findet seine Höhepunkte im fünften Stück namens „Break“, das tatsächlich leichte BEATLES-Anklänge besitzt sowie in der siebenminütigen Mörderballade „Last Second Chance“.
Der Rest sind gediegene Rocker, gefällig und gut durchgebraten. Reichen aber allesamt nicht an die Groove-Explosion zum Einstieg heran. Partiell erweitert Jim Wirt den Gruppensound um stimmige Piano- und Orgelklänge. Tut gut.
FAZIT: „Shake Your Faith” ist ein stabil rollendes Rockmobil, das an ein paar Stellen den Turbo anschmeißt. Satter Roots-Rock, fest im Blues verwurzelt, aufgelockert durch gelegentliche Sixties- und Country-Einflüsse.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.05.2016
Todd Bowers
Jeff Massey, Eric Saylors, Jim Wirt
Jeff Massey, Eric Saylors
Jim Wirt
Joe Winters
Diamond Day Records/Just For Kick
51:20
30.04.2016