Die Schweden von THIS ENDING melden sich zurück. Vier Jahre sind seit der EP "Systematic Warship" ins Land gegangen, ganze sieben seit der letzten LP "Dead Harvest". Das Resultat sind neun Melodic-Death-Tracks mit gehörig Old-School-Flair.
Mit "Garden Of Death" präsentiert sich das inzwischen am Bass "neu" besetzte Quartett wieder deutlich dreckiger und organischer, als es noch auf dem geradezu sterilen "Dead Harvest" mit seiner maschinellen Reißbrett-Charakteristik der Fall war. Die Marschrichtung ist damit klar: back to the roots. Nicht nur klanglich, sondern auch hinsichtlich der Besetzung der in den Neunzigerjahren noch unter A CANOROUS QUINTETT agierenden Formation.
Das Stigma des Nebenprojekts von inzwischen ex-AMON AMARTH-Drummer Fredrik Andersson haben THIS ENDING längst abgelegt. Ohne große Mühe, schließlich hat dieser abseits des Wikinger-Brimboriums schon seit jeher die dortigen Freiheiten genutzt, um das volle Spektrum seiner Qualitäten aufzuzeigen und mit tatkräftiger Unterstützung seiner vormals vier Mitstreiter befreit aufzuspielen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und dennoch will der Funke bei "Garden Of Death" einfach nicht so recht überspringen. Das Material ist durch die Bank solide, angemessen abwechslungsreich und kurzweilig, erreicht jedoch zu keinem Zeitpunkt die hymnische Klasse von "Inside The Machine" oder die zwingenden Grooves samt bitterkalter Atmosphäre von "Dead Harvest".
FAZIT: Wer angesichts der vermehrten Industrial-Einflüsse des Vorgängers abschätzig die Nase rümpfte, kommt mit Album Nummer drei der harmonischen Prügelknaben aus Stockholm nach langer Wartezeit endlich wieder voll auf seine Kosten. Hier dürfen nicht nur all diejenigen bedenkenlos zugreifen, die ebenfalls vom steten Abwärtstrend der Landsmänner von AMON AMARTH enttäuscht nach Alternativen suchen, sondern natürlich auch alle Anhänger von AT THE GATES und Co. ruhigen Gewissens ein Ohr riskieren. Nur Innovation darf man hier keine erwarten. Aber wer tut das schon?
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.05.2016
Linus Pettersson
Mårten Hansen
Linus Nirbrant
Fredrik Andersson
Apostasy Records
40:44
22.04.2016