13 mal im Schnitt innerhalb zwei Minuten aufs Maul, hysterisch und politisch engagiert respektive gesellschaftskritisch: TRUE LOVE - der Name ist angesichts des aggressiven Sounds der Gruppe aus dem US-Bundesstaat Michigan blanker Hohn - erneuern rein gar nichts in Sachen Hardcore, legen aber zumindest ein Genre-konformes Album mit hoher Energie vor.
Und sind wir ehrlich, möchte die Szene-Basis in der Regel nichts weniger als das. TRUE LOVE besitzen in diesem Zusammenhang übrigens die wichtige Fähigkeit, zwischen Hektik und drückenden Mid- bis Uptempo-Parts zu changieren, was der Abwechslung ihres klangfarblich sehr überschaubaren Stils guttut.
Dominic Vargaz besitzt eine unvariable Stimme, was die gehäuft eingestreuten Gang-Shouts allerdings bis zu einem gewissen Grad aufweichen. In Hinblick aufs Songwriting betreiben TRUE LOVE keine Wissenschaft, sondern bieten leicht zu durchschauende Stücke, die fast fragmentarisch anmuten, weil sie so kurz sind. Der Eindruck des Unfertigen entsteht dabei dennoch nicht. Kunststück? Kunststück.
FAZIT: Überwiegend temporeicher Hardcore aus dem Straight-Edge-Feld, dem Erbe der Bewegung getreu und im Guten (für Szenegänger) wie Schlechten (was die Kritiker angeht) konventionell.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.07.2016
Joe Palleschi
Dominic Vargaz
Alec Faber, Brad Walker
Derrick Daniel
Bridge9 / Soulfood
33:54
01.07.2016