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Amplifier: Trippin’ With Dr. Faustus

Stil: Progressive Rock

Cover: Amplifier: Trippin’ With Dr. Faustus

Ihr sechstes Album haben AMPLIFIER um den Song ‘Silvio’ herum aufgezogen, der bereits zu Zeiten ihres Meilensteins “The Octopus” entstand, aber damals nicht ins thematische Konzept passte. Darum stand im Vorfeld anzunehmen, dass sich die Briten bis zu einem gewissen Grad auf ihre Wurzeln berufen würden, was man auf “Trippin’ With Dr. Faustus” nun auch tatsächlich hört

Die stets etwas längeren Songs fußen auf den unverkennbaren Riffs und der markanten Stimme von Sel Balamir, der sich nicht auf Experimente einlässt, sondern für ihn typischen Songstrukturen (das Material schraubt sich immer wieder dramatisch hoch, zum Glück auf nicht vorhersehbare Weise) mit raffinierten Arrangements mehr Gewicht verleiht. So glaubt man, das monumentale ‘Freakzone’, das hypnotische ‘Big Daddy’ oder das schrullige ‘The Commotion’ rasch zu durchschauen, entdeckt aber mit jedem weiteren Hördurchlauf mehr.

Die zugrundeliegende Story, die mit einem Besuch in einem altmodischen Plattenladen beginnt und von kauzigen Charakteren vorangetrieben wird, zeugt davon abgesehen von jener Hingabe zum archetypischen Rock 'n' Roll, die AMPLIFIER zuweilen abging, da sie ihrer Berufung auf zu verkopfte Weise nachgingen. Jetzt scheint Balamir ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Hirn und Bauch gefunden zu haben, zumal es um seine augenzwinkernde Heiterkeit ungeachtet zuweilen hochgeistiger Textmaterie ohnehin niemals schlecht bestellt war.

Das macht die Scheibe zwar auch nicht zu dem Hit, der das selbstbetitelte Debüt seinerzeit war, aber zu einem Dauerbrenner, der voraussichtlich länger in einschlägigen Playlists auftauchen wird … auch jener dieses Rezensenten. Dafür verbürgen sich AMPLIFIER zumindest mit zwei, drei kompakten Juwelen ('Anubis' allen voran), während man sich auch den Rest beileibe nicht schönhören muss.

FAZIT: Mit "Trippin’ With Dr. Faustus" ist AMPLIFIER ihr vielleicht stringentestes Album seit Langem gelungen, wobei sie sich zwar nicht neu erfunden haben, aber so geschlossen aus turbulenten Zeiten hervorgegangen sind, wie man es sich nur wünschen kann. Wer längst eine eigene Handschrift entwickelt hat, darf in puncto Sound und Songwriting auf gehobenen Niveau stagnieren. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/f29cf2f420af4f82ae85af0c3f7105e4" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.09.2017

Tracklist

  1. Rainbow Machine
  2. Freakzone
  3. Kosmos (Grooves Of Triumph)
  4. The Commotion (Bigh Time Party Maker)
  5. Big Daddy
  6. Horse
  7. Anubis
  8. Supernova
  9. Silvio
  10. Old Blue Eyes

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Rockosmos / Alive

  • Spieldauer

    59:32

  • Erscheinungsdatum

    08.09.2017

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