AN EROTIC END OF TIMES sind das Baby des französischen Schreibers und Musikers Philippe Deschemin, der mit "Chapter One" seine Interpretation von Dark Rock bis Metal zum Besten gibt.
Hierbei scheut er sich nicht vor Rückgriffen auf den Gothic Wave der 1980er, die allerdings auch nahezu unabdingbar erscheinen. Sie spiegeln sich im forschen 'Love Is The End' genauso wider wie während des doomigen Midtempo-Tracks 'A Freaky World' von der SISTERS-/JOY-DIVISION-Gedächtnisstimme des Sängers ganz zu schweigen. Kompositorisch lassen AN EROTIC END OF TIMES nichts anbrennen, sondern behelfen sich in diesem Bereich gängiger Muster und machen wenig, falls überhaupt irgendetwas falsch.
Unterdessen gehen sie nicht sonderlich subtil vor, da sie hörbar auf den Punkt komponiert haben, selbst wenn die Stücke zum Ende hin immer länger werden. Dann ist auch anders als zu Beginn zunehmend mehr Platz für mehrere Arrangement-Ebenen, die zumindest Szenegänger längerfristig fesseln werden. Was der Combo fehlt, sind wirklich aufsehenerregende Moment oder ganz prosaisch die Gassenhauer.
FAZIT: Im Guten wie Schlechten unaffektierter, nur matt glänzender Gothic Rock nach dem Verständnis der frühen 1990er mit härteren Ausschlägen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.06.2017
Les Discques Rubicon / Echozone
38:36
02.06.2017