Mit Soloalben hat die ANNA COOGAN durch ihr Schaffen in Seattle ebenso Erfahrung wie im Bandumfeld, was ihr bei der Verwirklichung ihrer neuen Scheibe geholfen haben mag.
Sie begeht hierauf nämlich keinen jener Fehler, derer sich ein Ensemble schuldig machen kann, sondern hält sich bewusst zurück, um einen umso intensiveren Gesamteindruck zu schaffen. So schlingert ihr Songmaterial zwischen klassischer Liedermacher-Schule und dem kratzigen Alternative Rock ihrer Wahlheimat, ein wenig Dream Pop und regelrecht schulmeisterliche Augenblicke, die daran erinnern, dass die Dame eine tatsächlich auch klassisch in Wien ausgebildete Sängerin ist.
Dennoch: “The Lonely Cry Of Space & Time” strahlt von vorne bis hinten Indie im ursprünglichen Sinn aus, eben weil die enthaltenen Stücke ausnahmslos unberechenbar sind und am Ende trotzdem aufgehen. Damit wären wir wieder bei der anfangs angesprochenen Erfahrung, über die nichts geht, obgleich COOGAN vermutlich auch nur solo singen könnte, so ausdrucksstark ist ihr Organ für sich genommen bereits.
FAZIT: Ein exklektischer Stilmix im weiteren Indie-Rock-Feld, gekrönt von einer entsprechend wandelbaren wie eindringlichen Stimme.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.06.2017
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02.06.2017