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Reviews

Anubis Gate: Covered In Black

Stil: Progressive-Rock/Metal und Hard-/Melodic-Rock

Cover: Anubis Gate: Covered In Black

„Black – blacker – blackest“ - drei Worte, die uns aus dem „Covered In Black“-Digipak entgegenspringen...
Dabei haben wir in der Schule doch gelernt, wenn wir im Grammatik-Unterricht richtig aufgepasst haben, dass man das Adjektiv „schwarz“ nicht steigern kann.
„Schwarz / schwarzer / am schwarzesten“, was sollte das auch für einen Sinn machen?
Einen ganz großen, zumindest wenn es nicht nur um schnöde Grammatik, sondern prog-metallische Musikkunst und eine schreckliche Krankheit geht. Der Beweis dafür liegt nun mit „Covered In Black“, dem bereits siebten Album der dänischen Prog-Metallisten ANUBIS GATE, vor. Noch dazu enthält es beim Öffnen des Booklet die doppelseitige Widmung: „Dedicated to all people in black places“, und zwei tief schwarz eingefärbte Hände, die nacheinander greifen, ohne sich dabei zu erreichen.

Darum sei so viel klargestellt: „Covered In Black“ ist kein Album für sonnige Gemüter, sondern eher für diejenigen, die dem Tod vielleicht schon einmal von der Schippe gesprungen sind oder hinter solchen Begriffen wie „Leid, Qual, Grauen, Angst, Depression – und natürlich der Farbe schwarz“ mehr wahrnehmen, als ein bedrückendes Wort, stattdessen aber ein tief empfundenes, einen innerlich fast zerstörendes Gefühl verspüren. Also, legt schwarz an und das konzeptionell sich auf Menschen an dunklen Orten (Psychopathen, Mörder, Opfer der modernen Technologien oder ihrer eigenen Albträume, die mit einem Schlag zur Realität zu werden scheinen!) beziehende Album „Covered In Black“ auf, um mit ANUBIS GATE eine tiefschwarze Musikreise durch die finsteren Abgründe des Progressive Rock und Metal, aber auch melodischen und epischen, an die 80er-Jahre erinnernden, finsteren Rock, der nicht den Fehler begeht, sich etwa im Gothic zu suhlen, anzutreten. Gerade diese musikalische Fusion, ohne übertriebene Depri-Sounds, bringt am Ende die größtenteils hardrockige Botschaft hinter „Covered In Black“ - die immer wieder von Celli oder Piano-Geklimper unterbrochen wird - überzeugend zum Ausdruck: „Egal, wie dreckig es einem ergehen sollte, bleib du selbst und bewahr dir deine Freiheit, auch wenn du Tag für Tag darum kämpfen musst. Dunkle Orte haben mehr als unterschwellige Ängste zu bieten.“

Die Inspiration hinter „Covered In Black“ liegt in den Phasen einer schlimmen Geistesgestörtheit eines der (nicht konkret benannten) Bandmitglieder in einem Zeitraum von zwei Jahren (2015 – 2016) – aus instrumentaler Sicht dominieren aber, wie bei ANUBIS GATE gewohnt, die Hardrock-Elemente. Doch besonders das textliche Konzept entwickelte sich bedingt durch eigene Erfahrungen finsterer als zuvor geplant.
Folgerichtig eröffnet „Covered In Black“ so auch mit „Psychotopia“ und offenbart uns einen Blick in die Welt eines psychisch Kranken, für den, wie wir es dann in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BCBaIZjWtXY" rel="nofollow">„Combat“</a> erfahren, die virtuelle Welt von Spielen mehr und mehr zur Realität wurde, bis er zwischen beidem nicht mehr unterscheiden konnte. Die Gegensätzlichkeit dieser beiden Welten wird musikalisch mit Weltmusik-Sounds betont. Nur durch eine geistige Reise in die Vergangenheit, „A Journey To Nowhere“, kann man sich wohl von den Geistern, die einen bedrängen, befreien – und dann wird es <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HLaMXc1d_z8" rel="nofollow">„Black“</a>.
Mit „From Afar“ findet die Reise in das dunkle Innere, die sich zum Großteil, wie man in den Booklet-Anmerkungen der Musiker zu jedem Text nachlesen kann, wohl tatsächlich während der Krankheit ganz ähnlich gestaltete hat, ihr unerwartet versöhnliches Ende: „The lights will find you / To put your miseries aside.“

FAZIT: Das siebte und zugleich persönlichste progressive Hardrock-Album der dänischen Prog-Metal-Band ANUBIS GATE begibt sich mit „Covered In Black“ tief in die Abgründe der menschlichen Seele, die manipuliert durch moderne Technik und Computer-Spiele nicht mehr zwischen Virtualität und Realität zu unterscheiden weiß – und zugleich von den eigenen Erfahrungen eines der Bandmitglieder geprägt ist.

PS: Und wo das Album von Freunden guten Progmetals gekauft wird, ist ja eigentlich klar, <a href="https://www.justforkicks.de/detail.asp?sid=1212602M66N249N76N78&uid=0&id=24681&lid=2" rel="nofollow">genau hier mit einem Klick</a> und nicht bei...

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.10.2017

Tracklist

  1. Psychotopia
  2. The New Delhi Assassination
  3. The Combat
  4. Too Much Time
  5. A Journey To Nowhere
  6. Black
  7. Blacker
  8. Blackest
  9. Operation Cairo
  10. From Afar

Besetzung

  • Bass

    Henrik Fevre, Hanne Havndrup

  • Gesang

    Henrik Fevre

  • Gitarre

    Michael Bodin, Kim Olesen

  • Keys

    Kim Olesen

  • Schlagzeug

    Morten Gade Sørensen

  • Sonstiges

    Henrik Fevre (Saxofon), Anne Vilain (Cello)

Sonstiges

  • Label

    Nightmare Records/Just For Kicks Music

  • Spieldauer

    55:48

  • Erscheinungsdatum

    13.10.2017

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