Ein Wiedersehen, das vielleicht nicht unbedingt Freude bereitet und auch keineswegs herbeigeseht wurde: Man hat ARKHON INFAUSTUS seinerzeit als Sado-Maso-Black-Metal-Combo der stumpfen Sorte beim über die Jahre hin zwielichtig gewordenen Label Osmose nie richtig ernst genommen, und das aus triftigen Gründen. In der Rückschau erweist sich keine Veröffentlichung der Truppe als langfristig ersprießlich, doch mit dem ersten Ergebnis ihrer musikalischen Rückkehr könnte es anders laufen.
Das unheilvoll beginnende 'Amphessatamine Nexion' löst sein bedrohliches Versprechen rasch ein, ehe 'The Precipice Where Souls Slither' über zehn Minuten hinweg mit leicht mathematischer Anmutung (höre auch etwa die neueren ABIGOR) und entschiedener Death-Metal-Note plättet. Immer mal wieder flirren ARKHON INFAUSTUS dezent skandinavisch, auch wenn sie letzten Endes relativ typisch nach Post-Schwärze klingen, wie man sie im Grunde überall auf der Welt spielt. Die bisweilen mechanisch schleppenden Parts versprühen ein gewisses Industrial-Feeling, ohne dass man das Trio verbindlich in diesem Milieu verordnen könnte.
Herausragender Track neben dem regelrecht entrückten Finale 'Corrupted Épignosis': 'Yesh Le-El Yadi' aufgrund seiner konkreten Melodien, wo der große ganze Rest weithin zu unverbindlich sägt und ballert. Laut gehört entfaltet die EP ihre Wucht vollends … und genau das dürfte auch Mastermind Deviants Anliegen gewesen sein.
FAZIT: ARKHON INFAUSTUS sind spätestens mit diesem Comeback keine Band mehr, die belächelt werden müsste. "Passing The Nekromanteion" bietet zeitgemäßen Black Metal der hässlichen Sorte mit vielen Reizen von dennoch nicht vollends zwingender Qualität. Ein Album mit aussagekräftigeren Songs steht hoffentlich zu erwarten, während hier noch zu oft Epik um ihrer selbst willen bemüht wird. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ab9ab3eba89143dabba0332d1c91f7b1" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.11.2017
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