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Arms And Sleepers: Life Is Everywhere

Stil: Trip Hop

Cover: Arms And Sleepers: Life Is Everywhere

Auf ihrem siebten vollwertigen Album (Remix-Geschichten und EPs nicht mitgezählt) ziehen ARMS AND SLEEPERS alle Register, auch wenn sie geschäftlich als Ex-Matador-Künstler nun erheblich kleinere Brötchen backen … aber spielt ihnen das Internet beim Verbreiten ihrer Musik vielleicht im Gegenteil sogar in die Hände?

Immerhin waren und sind Max Lewis und Mirza Ramic (vormals Post Rock bei THE LIST EXISTS) Special-Interest-Mucker abseits des Mainstreams, obwohl sich Eingängigkeit wie ein roter Faden durch ihr Schaffen zieht. Andererseits stellen die beiden hohe Ansprüche an sich selbst und sind sich auch für abstrakte Soundkulissen ('Chicagoland', 'When The Body', 'Mañana, Mañana') nicht zu schade. So lässt sich wohl auch erklären, dass auf "Life Is Everywhere" scheinbar zwanglos gleich 18 Tracks zusammenkamen, die nicht ausnahmslos für sich selbst stehen können. Darum ist das Album vermutlich so dezidiert als Gesamtwerk zu verstehen wie keiner seiner Vorgänger.

'Fall Asleep When I'm Dead' (hier sei unbedingt auf den Text bzw. Sprechgesang verwiesen) und 'Comedown Horizon' wurden gemeinsam mit Rapper Airøspace verwirklicht, der auch am monotonen 'Killshot' beteiligt ist. Das loungige 'Hollow Body Hold' (ebenso wie 'The Moon' mit Alternative-Hip-Hopper David Cohn alias Serengeti) steht hingegen am seichten Ende des stilistischen Spektrums von ARMS AND SLEEPERS und somit direkt gegenüber dem subtil düsteren Doppel aus 'You May Visit The Cosmos' (gesampeltes Soul-Lamento inklusive) und 'Can You', das dezent an Moby in den 1990ern erinnert.

Das eindringlich klingelnde Quasi-Titelstück 'Love Is Everywhere' bietet sich ebenso wie 'Baby' als Single an, und hier wie anderswo gilt: Das Duo ist mit allen modernen Produktions-Wassern gewaschen, ohne den Hauch von Mainstream-Dienstleistung zu versprühen - im Gegenteil. Die urbane Atmosphäre nicht weniger Tracks garantiert im Verbund mit dem allseits warmen Sound von "Life Is Everywhere", dass nichts ins Seichte abdriftet, obgleich ARMS AND SLEEPERS genau wissen, wie man intensive Stimmungen in eben nur scheinbar lockeren Electro-Stoff ummünzt, der zwischen Ambient-Klangflächen und handfestem Trip Hop changiert.

FAZIT: Auf der Achse Boston-Portland - daher stammen die beiden Protagonisten jeweils - wird kunstvolle Zeitgeist-Mucke geschaffen, und dass ARMS AND SLEEPERS' aktuelles Werk auch als reine Instrumental-Platte zu haben ist, ergibt sehr viel Sinn; Samples und Stimmverfremdungen, Glitch und Dub sowie Feldaufnahmen (möchte man meinen) machen aus "Life Is Everywhere" einen Soundtrack zu einem imaginären Film, wie ihn - um den Titel zu bemühen - wohl nur das Leben im städtischen Raum schreiben kann. <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/ded9b2ee07d54741a4ad5b802fd9998c" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.07.2017

Tracklist

  1. Chicagoland
  2. Killshot (feat. Airøspace)
  3. Time Will Tell
  4. Love is Everywhere
  5. You May Visit The Cosmos
  6. Fall Asleep When I'm Dead
  7. Can You
  8. When The Body
  9. Pan Am
  10. Mañana, Mañana
  11. Baby
  12. Comedown Horizon
  13. Grind Out
  14. Which Ways
  15. The Moon
  16. My Cairo
  17. Hollow Body Hold
  18. Grand Theft Finale

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Eigenvertrieb

  • Spieldauer

    55:34

  • Erscheinungsdatum

    02.06.2017

© Musikreviews.de