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August Rosenbaum: Vista

Stil: Experimental, Ambient, Jazz

Cover: August Rosenbaum: Vista

August Rosenbaum, nicht unbedingt ein Name, mit dem man als Rockstar reüssieren würde, hatte schon als Schüler ein Faible für Thelonious Monk, Erik Satie und den WU TANG CLAN. Eckpfeiler, die auch zu „Vista“ ziemlich gut passen.

Wobei das sechste Stück „Calling Out“ sogar leichte PRINCE-Assoziationen erweckt. Doch das ist eher ein exotischer Kleks auf einer Melange, die zum Großteil zwischen soundtrackaffinen Darkjazz-und leicht experimentellen Ambient-Klängen pendelt. ART OF NOISE, Ryuichi Sakamoto und AIR sind gar nicht fern, wenn Rosenbaum sein Piano getragen erklingen lässt oder das erweiterte Tastenequipment für schwebende, mitunter auch kantigere, kontemplative Klangwellen sorgt.

Das ist von mitleidloser New Age-Grütze weit entfernt, übt sich eher in kammermusikalischer Ernsthaftigkeit und dem Beschwören atmosphärischer Mitternachtsstimmung. Bestes Beispiel ist das von einer kleinen Streicherbesetzung eröffnete „Nebula“, das traumverloren zwischen Weltraummusik und nächtlichen Großstadtchansons zwischen Paris und Tokio flaniert. Dazu fällt Regen. Bestimmt.

Dass die Stücke unter anderem „Belmondo“, „Killer“, „Melville“ oder „Victim“ heißen, spricht tatsächlich Bände. Die Musik auf „Vista“ würde wunderbar in einen dieser unterkühlten und doch emotional aufgeladenen, düsteren Vertreter des französischen Noir passen.

FAZIT: August Rosenbaums „Vista“ ist ein höchst stimmungsvoller Trip ans Ende einer langen Nacht. Jazz, elektrifizierte Weltmusik, moderne Klassik, teils experimentelle Ambient-Music und ein wenig dunkler Pop ergeben ein fein austariertes Ganzes. Nicht für Freunde der oben erwähnten Musiker (zu denen sich locker auch BOHREN & DER CLUB OF GORE, THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE, David Lynch und zahlreiche andere Tonkünstler gesellen können) höchst empfehlenswert.

PS.: Veröffentlicht wird "Vista" auf Vinyl und als Digitaler Download. Zur Besprechung lag eine Promo-CD vor, deren Klang sehr ordentlich ist. Rückschlüsse auf die anderen Medien sind schwer, ich würde aber sagen, das Album dürfte sich als LP lohnen.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.11.2017

Tracklist

  1. Angelo
  2. Belmondo
  3. Nomad
  4. Nebula
  5. Killer
  6. Calling Out (Feat. Philip Owusu)
  7. Skin
  8. Tristana
  9. Emo
  10. Credo
  11. Wu
  12. Melville
  13. Victim

Besetzung

  • Bass

    August Rosenbaum

  • Gesang

    Philip Owusu

  • Gitarre

    August Rosenbaum

  • Keys

    August Rosenbaum

  • Sonstiges

    August Rosenbaum

Sonstiges

  • Label

    Tambourhinoceros/Indigo/Believe Digital

  • Spieldauer

    42:45

  • Erscheinungsdatum

    24.11.2017

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