Die Stilistik von AVENFORD ist mit dem Hinweis auf den Produzenten schon ziemlich gut beschrieben. Roland Grapow ist für die wuchtig moderne Produktion auf dem zweiten Album der Ungarn verantwortlich, die sich deutlich an dem letzten Großerfolg des ehemaligen HELLOWEEN-Gitarristen orientieren. Schneller Melodic Metal im Stile von MASTERPLAN ist also angesagt, allerdings mit ausgeprägterem neoklassischen Keyboard und etlichen Flitzefinger-Abfahrten aus dem MALMSTEEN-Verehrungs-Archiv.
Das Hitpotenzial, welches die vermeintlichen Vorbilder auf ihren ersten Alben in Übermaß zu bieten hatten, ist auf „New Beginning“ aber rein gar nicht auszumachen. Die vierköpfige Band müht sich, ihren Songs durch instrumentales Geschick und komplexe Strukturen noch etwas Anspruch zu verleihen, was man als Hörer zwar wohlwollend zu Kenntnis nimmt, was jedoch auch nicht dazu führt, dass auch nach dem fünften Durchlauf großartig was hängenbleibt. Man registriert eine sympathisch motivierte Band, inklusive eines ebenso kompetenten wie unauffälligen Sängers, kann aber am Songmaterial beim besten Willen keine herausragenden Momente ausmachen. Dafür fängt der zunehmende Keyboardanteil gegen Ende hin tatsächlich an zu nerven.
Neben einem Solo von Roland Grapow („Fury Road“) soll der Einsatz weiterer Gäste (u.a. Ex-FIREWIND-Sänger Apollo Papathanasio bei „Dead Or Alive“ und Bodor Mate von ALESTORM bei „Mask“) wohl noch ein wenig Aufmerksamkeit erregen, aber wenn man es nicht weiß, fällt es auch nicht auf und somit auch nicht weiter ins Gewicht.
FAZIT: Kompetente und engagiert auftretende Musiker machen noch kein aufregendes Album. Das alte Leid...
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.02.2017
Tom Longbottom
Arpie Gamson
Peter Szehoffner, Arpie Gamson
Arpie Gamson, Peter Szehoffner
Jivodar Dimitrov
Pride & Joy Music
49:00
27.01.2017