Die Australier von DESECRATOR haben in diesem Jahr bereit als Vorband von OVERKILL ihre Visitenkarte in Europa abgegeben und dabei einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Mit ihrem Debutalbum „To The Gallows“ können sie den jetzt auch auf der Anlage bestätigen. Weil die Band dabei keine großen Wagnisse eingeht, sondern den traditionellen Thrash-Rezepten treu bleibt, geht das alles ganz gut.
Die Männer von Down Under nehmen sich dabei den alten Bay-Area-Thrash zum Vorbild. Anleihen von Exodus und Testament sind unverkennbar. Der geschmeidige Gesang erinnert bisweilen an Anthrax.
Der Titeltrack gibt als Opener mit seiner wechselnden Härte und den geschickten Tempoveränderung gleich vor, was auf dem Rest von „To The Gallows“ zu erwarten ist. Auch in den anderen Songs gelingt es der Band auf bewährte Thrash-Schemata zu setzen ohne abgegriffen zu klingen. Die durchaus klischeehaften Lyrics sorgen wie bei „Thrash is a Verb“ für einen hohen Spaß-Faktor.
Einzig die Ballade „As I Die“ muss wohl als fehlgeschlagener Versuch gewertet werden, ein bisschen auf die Tränendrüse zu drücken und mal eine andere Klangfarbe auf dem Album unterzubringen. In der Gesamtbewertung fällt das allerdings kaum ins Gewicht.
Für Freunde von konventionellem, aber sehr frisch klingenden Thrash, ist „To The Gallows“ auf jeden Fall eine Empfehlung wert.
FAZIT: DESECRATOR bringen auf ihrem Debutalbum solide Kost für alle Fans des Retro-Thrash. Dabei klingen sie energiegeladen und abwechslungsreich, auch wenn die ganz großen Highlights fehlen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.11.2017
Gerad Biesboer
Riley Strong
Scottie Anning, Gerad Biesboer
Jared Roberts
Violent Creek Records
55:40
27.10.2017