Vor nicht allzu langer Zeit haben wir auf diesen Seitne das letztlich durchwachsene neue Album von Hollywood Undead vorgestellt; Fans der Band sollten im Folgenden die Ohren spitzen respektive weiterlesen …
Auch zum zweiten Mal nach seinem Solo-Einstand „Nine Lives“ schafft es Aron „DEUCE“ Erlichman nicht, sich von seiner Ex-Band Hollywood Undead zu emanzipieren, und steht im direkten Vergleich hintan. Das Gros der Songs auf „Invicible“ beläuft sich auf Rap Rock aus dem Setzkasten, gleichwohl mit fließenden Reimen und gekonnt gesetzten Hooks, die dem Künstler zumindest in seiner Heimat den einen oder anderen Charterfolg (tippen wir mal auf ‚My Buddy‘ und‚Bad Attitude‘) ermöglichen dürfen.
Dass die bekannte Mischung aus Geprotze (‚Bitch This Is It‘) und gewollt emotionalen Kontrasten wie in ‚Gone Tomorrow‘ oder ‚Thank You‘ ausgelutscht ist, weiß er anscheinend nicht so gut wie seine ehemaligen Kollegen, die sich zusehends über den engen Kreuzüber-Strom hinaus freischwimmen. Dabei hapert es bei ihm weder an ausgefuchsten Arrangements, die ein Gleichgewicht zwischen Rock-Organik und Artifiziellem (Loops, subtile Synthesizer-Unterfütterung) wahren, noch an Ausdruckskraft, gerade weil er eigentlich ein guter Sänger ist.
Dummerweise ergeht er sich zu gern in den ewig gleichen Manierismen; dass er sehr wohl auch anders kann, beweist DEUCE nur zum Schluss mit dem richtig mitreißenden, völlig unverfälschten Punk von ‚Pull Me Under‘. Sklavenketten sprengen, das ist hier statt Bekenntnissen zu vorgeblicher Unzerstörbarkeit angesagt.
FAZIT: Nu Metal bzw. Rap Rock von der Stange, klanglich amtlich in Szene gesetzt und professionell auf Mainstream gebürstet, was die Arrangements mit betont vielen Hooks angeht … in letzter Konsequenz aber ebenso abgedroschen wie emotionsarm. <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/61f4572582574637b1ab46bdfb31d3b6" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.12.2017
Eleven Seven
60:44
01.12.2017