Zurück

Reviews

Dirty Dave Osti: Rare Tracks

Stil: Bluesrock

Cover: Dirty Dave Osti: Rare Tracks

Immer wieder gern legt man Dirty Dave Ostis Album-Tripel aus "Voodoo Guitar", "Burning Down The Dirtshack" sowie "Shakedown On Salvation Street" auf und stellt fest, dass eine nahezu völlig auf den Kern reduzierte Lesart des Blues, so wie sie der Amerikaner zelebriert, im vom umtriebigen Mainstream geprägten Klima der gegenwärtigen Szene selten geworden ist. Eine Kompilierung von Überschussmaterial nebst Covergeschichten und Bühnenmitschnitten wie die vorliegende hinterlässt darum ein leicht unbefriedigendes Gefühl bei allen, die auf Nachschub vom schmutzigen David hofften.

Sei es drum, dafür bietet der Unentwegte viel Musik für die Kohle, die man zum Erwerb von "Rare Tracks" verbrennen muss. Alle enthaltenen Stücke sind bislang nicht anderweitig verbraten worden und stellen Osti als außergewöhnlichen Multi-Instrumentalisten auf ein Podest, an dem so schnell kein zweiter Blaumann kratzt. Bei aller Konventionalität tut sich der Gitarrist und Sänger nämlich einmal mehr als überdurchschnittlich guter Songwriter hervor, dessen Ausschuss schlichtere Gemüter offiziell auf Alben packen würden.

Zu solchen Juwelen zählen aktuell das ohrwurmelnd stampfende 'Louisiana Outlaw', das dem ursprünglichen R'n'B verhaftete und darob verhältnismäßig zarte 'More Love' und die hypnotische Uptempo-Nummer 'Lap Dawg' - alles Milieustudien auch in textlicher Hinsicht, als bestünde der Kosmos des Künstlers aus wenig mehr als undankbaren Frauen, flüchtigen Freuden und ungesunden Lastern, von denen er trotzdem nicht ablassen kann. Dazu passt dann auch (unfreiwillig zwar) eine Bühnen-Verlegenheit wie 'Who Knows Jam'.

Saftige Slide-Sounds allein fetten die satten 15 Songs nicht an; es ist die grobe, aber nicht stumpfe Herangehensweise der Beteiligten, deretwegen "Rare Tracks" Daves regulären Scheiben in kaum etwas nachsteht. Aus dem Zusammenhang gerissen wirkt die Platte nur, weil der Mann zwischendurch Live-Tracks einstreut und seinen Idolen nacheifert: ZZ TOP mit einer tollen Version von 'El Diablo', dem alten Jimi mit 'Who Knows' und dem offengestanden peinlich ausgelutschten 'All Along the Watchtower'.

FAZIT: "Rare Tracks" erweist sich wider Erwarten nicht als halbseidene B-Seiten-Zusammenstellung, sondern enthält einige Hochkaräter aus der Feder von Dirty Dave Osti, denen gegenüber die nicht aus seiner Feder stammenden Stücke wie ein fauler Kompromiss wirken. Schließlich versteht kaum jemand so gut wie er, anzüglichen Rotz auf glaubwürdige Weise mit dem Sound eines Sonnenuntergangs in Kalifornien zu vereinbaren.

PS: Und wo das Album von Freunden guten Bluesrocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, <a href="http://www.justforkicks.de/detail.asp?sid=897902M213N216N199N30&uid=0&id=24307&lid=1" rel="nofollow">genau hier mit einem Klick</a> und nicht bei... <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/9215a20801174343bfb6a588e25edaf4" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.09.2017

Tracklist

  1. Grooveyard Radio ID
  2. Grooveyard Ride
  3. Louisiana Outlaw
  4. Blur the Lines
  5. In the Wind
  6. Bastard
  7. More Love
  8. El Diablo
  9. Walking Dead
  10. All Along the Watchtower
  11. The Scornfield
  12. Lap Dawg
  13. Mind Tripper
  14. Who Knows Jam (Live)
  15. Lucky Childe

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Grooveyard/Just For Kicks

  • Spieldauer

    55:29

  • Erscheinungsdatum

    01.09.2017

© Musikreviews.de