Diese Schweizer Alternative-Rock-Kapelle reicht nach zehn Jahren ihr Debütalbum ein, dem man die lang Reifezeit anhört, gleichzeitig da ihm eine dezidierte Frische innewohnt. Der Idealfall also?
Schon irgendwie, ja. Das Dutzend Songs strotzt vor liebevoll herausgearbeiteten Leitmotiven (lies: Refrains, Hooks), verzeichnet nicht wenige Psych-Rock-Augenblicke und vermittelt eine dezente Melancholie, die zum Glück nicht aufgesetzt wirkt. An die eigenwillige Leadstimme muss man sich gewöhnen, obgleich sie andererseits zur Unverkennbarkeit von DIRTY SOUND MAGNET beiträgt.
Die Band hat mit 'The White Man's Burden', 'My Dolly Bird' und vor allem 'The Prophet And His Prophet' - die Titel deuten bereits an, dass sie alles andere als textliches Einerlei voller Platzhalter-Floskeln bietet - mindestens drei dicke Trümpfe in der Hinterhand, mit denen sie sich nicht nur der Szenebasis empfiehlt. Dort beschränkt man sich auf Konsenz-Kapellen, angefangen bei 90er-Grunge-Heroen bis an den Rande von Indie und Co., wohingegen DIRTY SOUND MAGNET Kenner der zweiten Genre-Reihe, wo immerzu interesantere Musik als im Mainstream gezockt wurde, mit der Zunge schnalzen lassen.
Etwas anderes hätte man von Noisolution auch nicht erwartet. Anspieltipp: das hochdynamische Titelstück.
FAZIT: Alternative Rock der gehobenen Sorte - DIRTY SOUND MAGNET haben lange auf sich warten lassen und machen dieses Warten mit einem tiefsinnigen, aber dennoch ungezwungen wirkenden Album lohnenswert.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2017
Noisolution
53:52
05.05.2017