Als Punkband, die mit ihrem Debütalbum zweite Album weitgehend unterging ("Randale in der Badewanne", 2013), adeln sich DREI METER FELDWEG selbst, indem sie einen Nachfolger vorlegen, der nicht nach Musikern unter Zugzwang klingt, sondern von Selbstüberzeugung und Bedachtsamkeit zeugt, was das eigene Schaffen angeht.
Die Gruppe aus der Lüneburger Heide zeigt sich unbeeindruckt von Szene-Getümmel und zieht ihren ziemlich metallisch produzierten Kram konsequent weiter durch - mit griffigeren und zugleich facettenreicheren Songs im Unter-drei-Minuten-Format, wobei man in keinem der 16 (!) Tracks etwas vermisst, im Gegenteil …
Vielmehr hört man hier Ska ('Diagnose Megastar'), dort amerikanisch anmutende Singalongs ('Kamera dabei') und generell eine Spielfreude, die an infolge langer Gefangenschaft von der Kette gelassene Hunde denken lässt.
FAZIT: DREI METER FELDWEG stehen in der Tradition nicht humorloser, aber eher konstruktiver und heiterer Genre-Bands, haben also nichts mit "no future" am Hut, falls diese Parole heute noch über den Penner-Underground hinaus existiert. "Hypermaxx 4000" ist ein auch inhaltlich zeitgeistig-zeitloses Genre-Werk und Freunden deutschsprachiger Rockmusik generell zu empfehlen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.06.2017
Housemaster
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02.06.2017