Was geht da nur bei THE GREAT MALARKEY in der Musik-Hundehütte ab?
Völlig überrannt von den vielen Musikstilen, die einem in gerade mal 35 Minuten um die Ohren gehauen werden, den Versuch unternommen, beim zweiten Hördurchgang mal das zusammenzutragen, was da aus den Boxen powert, wenn die britische Band (Tatsächlich britisch, dabei klingen sie doch viel eher skandinavisch oder slawisch!) auf „Doghouse“ wortwörtlich mit Pauken und Trompeten loslegt:
HipHop, Funk, Soul, Worldmusic, Punk, Folk, Soul, Jazz, Humppa, Country, Rock, Klezmer, Gypsy, Ska, Gospel, Flamenco, Balkan-Pop... Garantiert ist das noch nicht alles und irgendwo verstecken sich noch ein paar geheimnisvolle Tango-, Reggae-, Blues- oder Walzernoten.
„Doghouse“ jedenfalls ist eine echte Musik-Entdeckungsreise, bei der uns die verschiedensten Knochen vor die knorpligen Ohren gepfeffert werden, bis die wild wie bei einem Spaniel, wenn der gerade Jagdtempo aufnimmt, wackeln und hin und her fliegen.
In erster Linie widmet sich die in London ansässige Band den osteuropäischen Klängen und Rhythmen und vermengt sie zu einem wilden Gemisch, bei dem neben dem Rockinstrumentarium auch Hörner, Posaunen, Saxofone, Banjos, Geigen, Harmonika und sonstwas erklingen und in einem Moment mal an THE POGUES, im nächsten an THE PIXIES oder bei der Sängerin an die B52‘s und besonders an MANU CHAO, ELEKÄLÄISET, BEIRUT und CALEXICO erinnern. Und alle, die im Osten musiksozialisiert wurden, die dürfen gerne als ausgezeichnet passende Vergleichsgröße noch OTAVA YO und DECA DANCE heranziehen!
Zusätzlich sorgen gleich zwei Sänger und eine Sängerin dabei für eine gehörige vokale Abwechslung, während der sie über Freundschaften, Liebe und Leid oder den alltäglichen Frust singen, den sie mit ihren dynamischen Rhythmen ordentlich durchschütteln, wie beim Album-Opener <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vby5pkPmuHM" rel="nofollow">„Duck N Dive“</a>.
Das Feuer, das THE GREAT MALARKEY auf „Doghouse“ anfangs entfacht, verglimmt zum Ende des Albums hin unüberhörbar und mit zwei hymnischen Balladen, von denen „Running Endlessly“ als romantisches Duett, nur von akustischer Gitarre und Bass begleitet, bis dann überraschend die Bläser einsetzen, endet.
Ein grandioses, wenn auch ruhiges Finale.
FAZIT: Ein musikstilistisches, br(ex)itisches Feuerwerk mit größtenteils osteuropäischen Musik-Böllern!
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.12.2017
Ivo Ramalho
Alex Gillings, Joni Belaruski, Owen Evans, Karoline East, Paul-Ronney Angel, Alex McGowan, Kieran Banks
Alex Gillings, Owen Evans
Alex McGowan
Joni Belaruski, Alex McGowan
Owen Evans (Posaune), Julie Wilhelm (French Horn), Karoline East (Violine und Posaune), James Mayhew (Trompete und Flügelhorn), Paul-Ronney Angel, Barton Young (Harmonika)
Batov Records
35:13
17.11.2017