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The Platters: Rock

Stil: Vocal-Rock‘n‘Roll, Doo Wop, Beat

Cover: The Platters: Rock

Sie galten und gelten noch immer als die berühmteste Vocal-Group der Rock‘n‘Roll-, Doo-Wop- und späteren Beat-Geschichte, die leider kaum noch in unserer plattgebügelten Einheits-Rhythmus-Radiowelt stattfindet und deren einzige Dampframme das Bügeleisen des gleichmäßig über ein paar Socken gleitendes Etwas der Hörer(innen) ist. Darum war es wohl mal wieder höchste Zeit für Bear Family Records, diese Sangeswunder der 50er Jahre für uns wiederzuentdecken und zu neuem Klangleben zu erwecken: THE PLATTERS!

Mit „Rock“ gibt es nun als eine Art Fortsetzung von <a href="http://musikreviews.de/reviews/2017/Arthur-Big-Boy-Crudup/Rocks/" rel="nofollow">Arthur ‚Big Boy‘ Crudup</a> einen wunderschönen akustischen wie optischen Rückblick auf die PLATTERS-Geschichte in einem sechsseitigen Digipak samt dickem 34seitigen Booklet mit der kompletten Band-Geschichte und ausführlichen Informationen zu jedem einzelnen der insgesamt 30 (!!!) Songs der größtenteils Mitte der 50er-Jahre entstandenen Hits, die sich in ausgezeichnet gemastertem Sound auf der picke-packe-vollen CD befinden.

Wer nun aber die allergrößten Platters-Hits, wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=f2t21IMMSbU" rel="nofollow">„The Great Pretender“</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=L0mWVVSkYHo" rel="nofollow">„Only You“</a> erwartet, der hat sich gehörig geschnitten, denn nicht umsonst heißt diese Zusammenstellung „Rock“!
Was viele verblüffen wird, ist die Tatsache, dass THE PLATTERS nicht nur solche megaerfolgreichen Schmachtfetzen hervorbrachten, sondern eben auch richtig flotte Uptempo-Nummern, die rockten – und die sich hier gleich in dreißigfacher Form präsentieren. Songs, die es auf keine Kuschel-Rock-LP schaffen würden, dafür aber auf jeden Rock‘n‘Roll-Sampler. THE PLATTERS waren eben nicht nur, wie anfangs geplant, die sanften, ordentlichen Balladen-Lieferanten als Gegenstück zu den rotzigen Rockern wie JERRY LEE LEWIS, CHUCK BERRY, LITTLE RICHARD oder BILL HALEY, sondern konnten auch ordentlich loslegen und in deren Fußstapfen treten, wie beispielsweise bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0O2Bvis1Q6k" rel="nofollow">„Bark, Battle And Bell“</a>, womit „Rock“ eröffnet wird. Natürlich brauchen wir auch auf das relativ flotte <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RIBoPsThloE" rel="nofollow">„Sixteen Tons“</a>, einer der stärksten Platters-Hits schlechthin, nicht verzichten, genauso wenig wie auf die Interpretation der großartigen COLE PORTER-Nummer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xs9oX_hJvSg" rel="nofollow">„In The Still Of The Night“</a>, während man auf alle Slow-Songs verzichten muss. Allerdings suchte der Kritiker nach einer weiteren Cover-Version und zugleich einem der rockigsten Songs von THE PLATTERS vergeblich: „Roll With Me Henry“, im Original von ETTA JAMES‘ Hit „The Wallflower“ inspiriert. Schade, dass diese echte Losgeh-Nummer, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Id0K_MWHjos" rel="nofollow">in deren Live-Video Sängerin ZOLA TAYLOR ihrem Partner DAVID LYNCH ein paar ordentliche Backpfeifen versetzt</a>, nicht auf „Rock“ enthalten ist.

Auf jeden FAZIT-Fall ist dieses Album wirklich eine klasse und zugleich ungewöhnliche Idee, die rockt, gerade weil man THE PLATTERS immer wieder mit ihren Balladen in Verbindung bringt und dabei ihre rockige Seite viel zu sehr vernachlässigt, die mindestens genauso spannend wie ihre Balladen ist, was man auf „Rock“ nun eindrucksvoll um die neugierigen Ohren gefeuert bekommt. Oder wie es Bear Family so schön in Bezug auf diesen mit dickem, über 30seitigem Booklet versehenen Sampler, voller großartig gemasterter Aufnahmen feststellen: „THE PLATTERS beweisen mit 30 Uptempo-Tanzhallen-Füllern, dass sie nie ihre Wurzeln im Rhythm And Blues vergessen haben! Bark, Battle And Ball!“

PS: Und wo das Album von Freunden guten, „bärigen“ 50er-Jahre-Rocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, <a href="https://www.bear-family.de/platters-the-the-platters-rock-cd.html" rel="nofollow">genau hier mit einem Klick</a> und nicht bei...

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.07.2017

Tracklist

  1. Bark, Battle And Ball
  2. I Don‘t Know Why
  3. In The Middle Of Nowhere
  4. By The River Sainte Marie
  5. Sixteen Tons
  6. Don‘t Let Go
  7. Love, Your Magic Spell Is Everywhere
  8. He‘s Mine
  9. Lie Low
  10. In A Little Spanish Town
  11. Hula Hop
  12. Let‘s Fall In Love
  13. On A Slowboat To China
  14. I Wanna
  15. A Tisket, A Tasket
  16. It Isn‘t Right
  17. I‘m Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter
  18. Out Of My Mind
  19. Advertise It
  20. Movin‘ In
  21. Heartbreak
  22. Love Me Or Leave Me
  23. My Heart Belongs To Daddy
  24. Winner Take All
  25. You Don‘t Say
  26. Roses Of Picardy
  27. True Lover
  28. When You Wore A Tulip (& I Wore A Big Red Rose)
  29. Darktown Strutter‘s Ball
  30. In The Still Of The Night

Besetzung

  • Bass

    Gorge Callender, Pierre Michelot

  • Gesang

    Tony Williams, David Lynch, Zola Taylor, Paul Robi, Herb Reed

  • Gitarre

    Charles Eldrich Norris, Barney Kessel, Jack Marshall, Robert Bain, Pierre Cavalli

  • Keys

    Eddie Beal, Sylvester Scott, Rupert Branker

  • Schlagzeug

    Alvin Stoller, William V. Douglas, Kenny Clarke

  • Sonstiges

    John Johnson, Harold Land (Saxofone)

Sonstiges

  • Label

    Bear Family Productions

  • Spieldauer

    71:54

  • Erscheinungsdatum

    19.05.2017

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