Wenn einem als vermeintlich Kunstschaffendem respektive Musiker absolut gar nichts (mehr) einfällt, greift mancher regelrecht verzweifelt auf strunzdumme Taglines oder gänzlich neu geschaffene Genre-Schubladen zurück, die im Allgemeinen jeglicher Haltbarkeit entbehren. Dessen hat sich auch die hier zur Diskussion stehende Kapelle erdreistet, und ihr samt und sonders einfallsloses Gerödel spiegelt allzu schmerzhaft wider, weshalb sie auf solch sinnfreie Mittel zurückgreift.
Indem THE PUSSYBATS ihren Stil als - jetzt bitte alle festhalten - "Glam Gothic" bezeichnen, wollen sie sich wohl ungerechtfertigterweise jene Hardrock-Authentizität verleihen, die der Kajalstift-Fraktion gemeinhin abgeht. Die Benennung ändert dummerweise nichts daran, dass die Band auf ihrem dritten Album nicht weniger steif als zuvor agiert.
Akkord-Kadenzen aus Peter Burschs (den kennt ihr sicherlich, oder? Stichwort Bröselmaschine, bis zuletzt quasi der Gitarrenlehrer schlechthin, die in Germany Bücher herausgebracht haben) Sechssaiten-Grundkurs, eine null groovende Rhythmusgruppe (der Bassist scheint reine Makulatur zu sein, der Drummer trommelt nichts weniger als hölzern, als würde ein Stock in seinem Allerwertesten stecken) und das schwülstige David-Gahan-Gejammer von Sänger Sid (Depeche Mode waren selbst in ihren schlechtesten Zeiten nie so grauenerregend) im Verbund mit Refrain-Hooks aus der Pathos-Deutschrock-Ecke (bloß auf Mittelstufen-Englisch mit Fünftklässler-Aussprache) machen das Debakel komplett.
Das Billy-Idol Cover 'Dancing with Myself' ist ein grausames Ärgernis. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/478257acaad54084bed2e192485e1f54" width="1" height="1" alt="">
FAZIT: Um "Indestructible" ertragen zu können, muss man selbst als hängengebliebener 40-plus-Grufti mit heimlichem Frei.Wild-Shirt im Schrank fürwahr unzerstörbar sein. Horrorpunk-irgendwas für die Sonderschule.
Punkte: 4/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2017
Eternal Sound / Membran
52:28
31.03.2017