Diese Franzosen erweisen sich als relativ schrankenlose Funkrock-Truppe mit gehörigem Groove vom Schlage MOTHER'S FINEST … im Kleinen natürlich, denn ein bisschen hölzern klingen THE RED BARONS auf ihrer ersten EP durchaus noch.
Die Grundlage ihrer Musik ist zweifelsohne schnörkelloser Hardrock, und ihre deutliche Schwachstelle Drummer David, der zwar seinen Zweck als Taktgeber erfüllt, aber fast wie ein Computer spielt - oder stieß er erst nach den Aufnahmen hinzu, und es handelt sich tatsächlich um einen unmenschlichen Puls? Wie dem auch sei, man kann darüber hinweghören, weil sich das Songmaterial abwechslungsreich gestaltet.
Das Titelstück verwandelt sich ebenso wie später "Welcome Into Love" von einer intro-haften Ballade in einen rauchigen Bluesrocker, "No Future" hat nicht nur in Hinblick auf den Titel etwas dezent Punkiges, und das mehr als sechs Minuten lange "Brunch" markiert den Höhepunkt dieser halben Stunde, ist es doch ein mystisch angehauchtes Düsterlied mit verschlungenen Gitarrenriffs und leicht orientalischer Anmutung. Mit "The Life" am Ende deuten THE RED BARONS auf eine proggigere Zukunft hin. Darauf lässt sich aufbauen.
FAZIT: Ein bisschen Funk und ein scheuklappenfreier Duktus gereichen THE RED BARONS zu einem Achtungserfolg auf lokaler Ebene. Jetzt noch lockerer werden, und ihr avanciert zu satt zupackenden Rockern mit toller Frauenstimme und einigem Pop-Appeal, das sich ein größeres Label (mit Budget für eine gute Produktion, vor allem in puncto Drums) vornehmen sollte.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.01.2017
Olivier
Oriane
Livio
David
Dooweet
33:22
02.12.2016