Zurück

Reviews

Tom McGuiness: Playing For Time

Stil: Mainstream / Blues

Cover: Tom McGuiness: Playing For Time

Am ehesten dürfte Tom McGuinness durch seine Arbeit im Verbund mit Manfred Mann sein, gleichwohl er auch unter dem Banner der semi-legendären BLUES BAND von sich reden machte. Auf "Playing For Time" hingegen fasst der Künstler sein stilistisches Repertoire gewissermaßen eingedampft ins Format eines Albums kompakt zusammen.

Dabei zeigt sich McGuiness sowohl als Sänger als auch in kompositorischen Belangen versiert und fantasievoll. Die üppige Zahl der enthaltenen Songs ergibt sich aus der Tatsache, dass Repertoire Stücke seiner ersten beiden Alben im Alleingang kompiliert hat. Hinzu kommen einige neue, die aufs dritte einstimmen sollen … und das tun sie auch wirklich.

Obgleich McGuiness teilweise Hilfe von Multi-Instrumentalist Marcus Cliffe in Anspruch nahm, statt sich live mit einer Band im Studio aufnehmen zu lassen (wozu er sicherlich in der Lage wäre), wirkt das aktuelle Material sehr schlüssig und nicht aseptisch zusammengestückelt. Darüber hinaus verschmelzen die Zweitverwertungen nicht nur klanglich so reibungslos mit den neuen Kompositionen, dass man "Playing With Time" im Grunde wie ein einheitliches Album rezipierenkann.

Ohnehin macht der geborene Frontmann keine weiten Sprünge in grelle Klangfarbenspektren; das Ganze beläuft sich in mehr oder weniger ausgeprägter Form auf klassischen R'n'B mit Ursprüngen in den 1960ern, traditionellen Pop und Blues (was sonst), komplett mit zweckmäßigen, aber nie glanzlosen Arrangements.

Übrigens: Die liebevolle Aufmachung der Digipak-CD animiert zusätzlich zum tatsächlichen Griff nach dem physischen Produkt, falls man hinter "Playing With Time" bloß einen schnöden Sampler wähnte. Mag sein, dass nicht mehr alles neu ist, was die Scheibe bietet, doch das Booklet mit Informationen zu jedem einzelnen Stück, die vielsagende Eindrücke in McGuiness' Schaffen geben, ist den Kauf unbedingt wert.

FAZIT: Auf "Playing With Time" erlebt man Tom McGuiness als Rundum-Künstler zwischen Rock-Mainstream und tief verwachsenen Roots deren Spitzen nicht nur in die Vereinigten Staaten reichen, sondern auch weit in den britischen Boden. Als mindestens solider Sänger und vielleicht begnadeter Songwriter stiehlt der Mann manchem großen Namen die Schau. Die Luxusprobleme eines Sideman? Vermutlich …

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.12.2017

Tracklist

  1. Long Hard Road
  2. That’s The Blues
  3. Momma Tried To Tell Me
  4. I Got My Eye On You
  5. I Got A Right To Sing The Blues
  6. Sweet Temptation
  7. Ain’t It A Drag
  8. Standing By My Window
  9. The Line To Heaven
  10. Heading For A Breakdown
  11. Midnight
  12. Till I Fall Down
  13. The Wrong Woman
  14. How Lucky Can One Man Be*
  15. Done Got Over You
  16. When Love Comes Calling
  17. Make Up Your Mind
  18. Odd Job Man
  19. Losing You Put The Blues In Me
  20. Laura Lee
  21. Long Gone

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Repertoire

  • Spieldauer

    70:37

  • Erscheinungsdatum

    01.12.2017

© Musikreviews.de