Thomas Streiter alias TOMMY SLEEXX ist in erster Instanz ein Hobbymusiker mit höheren Ambitionen, zu deren Umsetzungen er fast alle Voraussetzungen mitbringt. Das Gelände, auf dem er wildert, ist weitgehend abgegrast, aber vor diesem Hintergrund schlägt sich der Mann relativ achtbar … mit erwartbaren Abstrichen.
"Heavy Rain" ist in seiner Gesamtheit gar nicht sonderlich heavy und besteht größtenteils aus schreitenden Stücken wie 'One Night Stand', das man als SLEEXX-Typizismus heranziehen kann. Streiter intoniert dieses und alle anderen Stücke mit schmieriger Stimme und erweckt dabei den Eindruck, auf Teufel komm raus anzüglich klingen zu wollen - ein zu verbissenes Streben nach amerikanischem Klangkolorit?
Wie dem auch sei, die Vocals werden dem sleazy Doppel-X im Künstlernamen des Schöpfers gerecht, aber das
blecherne Schlagzeug macht sich in keinem musikalischen Kontext löblich aus. Außerdem wirkt der Schöpfer nicht selten müde, und das darf ausgerechnet bei solcher Musik, die Lebensfreude und bis zu einem gewissen Grad auch Rebellion ausdrücken soll, auf gar keinen Fall sein.
Auf der erfreulichen Seite indes: das coole, locker leichte 'Unskinny Bop'-Cover (im Original von den Ami-Posern POISON), sowie die Ballade 'Too Many Days', während das ähnlich gestrickte 'Word's Can't Say' brutal kitschig mit künstlichen String-Sounds daherkommt. Zu beliebig ist der AC/DC-Stoizismus von 'Rock This City' oder 'We Wanna Rock' mit seinen vorhersehbaren Rock- und Blues-Wendungen.
FAZIT: Licht und Schatten halten sich bei TOMMY SLEEXX' Musik die Waage. "Heavy Rain" umweht in Teilen etwas charmant Amateurhaftes, das sich aber nicht immer relativieren lässt, weil die Grundsubstanz (Songideen) zu dürftig ist, und das manchmal grausam leiernde Organ - höre den unglücklichen Abschluss 'Manila Thrills' - des Barden geht halt gar nicht.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.07.2017
RecordJet
44:24
07.07.2017