Leise alternativ angehauchter Classic Rock aus Russland? Wenn TORNADO KID eines nicht tun, dann darauf hindeuten, dass sie aus St. Petersburg stammen, denn ihr sehr, sehr amerikanischer Sound wirkt zu keiner Sekunde aufgesetzt. Was Wunder, dass sie andernorts bereits MARILYN MANSON, Hank Williams III und GG Allin gecovert hat? Diese drei Künstler sind aber sicherlich keine Belege dafür, wie diese Herren hier nun tatsächlich stilistisch aufgestellt sind.
Mit "Hateful 10" debütieren TORNADO KID in voller Länge und schaffen es, über die konventionelle Spielzeit eines Albums hinweg bei der Stange zu halten. Das verdanken sie ihrem einfühlsamen wie kernig rauen Sänger Dima The Dog, aber natürlich auch ihrem Spielvermögen sowie einer Handvoll cooler Songs, deren nicht vorhandene Originalität ihr einziges Manko darstellt.
Textlich stehen Nichtigkeiten und manch alberne Metapher im Brennpunkt, während man sich hier und dort AC/DC-Grooves hingibt, obgleich "Hateful 10" nie so puristisch ausfällt wie die Musik der Australier. Die rockige Phase METALLICAs klingt beispielsweise in der eröffnenden 'Whiskey Beer Anthem' an, während man sich beispielsweise bei 'Whorehouse' an DANKO JONES erinnert fühlt. Klar, irgendwie sind das alles Vergleiche, die irgendwie auf ein und dasselbe hindeuten.
Bei TORNADO KID handelt es sich ergo nicht um die Neuerfindung des Rades oder den musikalischen Stein der Weisen, sondern schlicht und ergreifend um eine …
FAZIT: sympathische und löblich professionell agierende Untergrundband, mit der sich das Rockpublikum beschäftigen darf, wenn es nicht auf außerordentlich markanten Stoff mit ausgewiesenen Alleinstellungsmerkmalen steht.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.07.2017
Eigenvertrieb
44:34
08.07.2017