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Tyketto: Live From Milan 2017

Stil: Hardrock

Cover: Tyketto: Live From Milan 2017

Wir kennen dieses Format bereits von der jüngsten Veröffentlichung von CIRCUS MAXIMUS, jetzt knallen uns Frontiers das Gleiche von einer ungleich hardrockigeren Kapelle vor den Latz. TYKETTOs "Live From Milan" bietet nichts mehr und nichts weniger als einen Konzertmitschnitt der Amis aus dem italienischen Mailand mit leidlichem Aktualitätsbezug.

Letzteres bedeutet, dass die Band insbesondere ihre Klassiker auspackt, was bei einer solchen Veranstaltung naheliegt. Der Clou dabei, wenn man es so verstehen will: TYKETTO spielten bei diesem Gig im Rahmen des Frontiers Rock Festival IV als Co-Headliner ihr Vorzeigewerk "Don't Come Easy" komplett - allerdings von hinten nach vorn. Die Songs folgen also in umgekehrter Reihenfolge, woraus sich eine ungewöhnliche Dynamik ergibt, doch das Programm funktioniert auch so hervorragend.

Der zeitlose Stampfer 'Sail away' liegt als Einstieg sogar nahe und verbreitet Aufbruchsstimmung, der "Oh-oh"-Feger 'Nothing but love' vermittelt gute Laune, die bis zum Ende hin anhält - auch weil TYKETTO mit ihren Fans umzugehen wissen. Sie bringen den relativ bekannten Ohrwurm 'Walk on fire' so frisch rüber, als hätten sie ihn noch nicht zigmal dargeboten, und

Gründungsmitglied Danny Vaughn (das einzige neben Drummer Michael Clayton Arbeeny) tut sich generell durch bissige Vocals hervor. Andererseits steht ihm auch der getragene Schmelz von 'Seasons', die AOR-Hymne 'Wings' sowieso. Dieses Highlight grölen die dankbaren Italiener ebenso lauthals mit wie 'Lay your body down', übrigens mit doofer Anspielung seitens des Sängers, von wegen die Damen müssten ihre Klamotten abstreifen, doch über mangelnde Interaktion kann man sich in diesem Zusammenhang und hinsichtlich anderer Situationen gewiss nicht beschwerern.

Das ungewöhnlich verhaltene Finale 'Reach' ergibt sich wie erwähnt aus der erzwungenen Reihenfolge der Stücke. Die Rhythmusgruppe steht mit THUNDER-Bassist Chris Childs wie eins, Gitarrist Chris Green fidelt sich mitunter den Wolf, und der ehemalige TEN-Organist Ged Rylands dudelt unauffällig im Hintergrund. AOR wie in besten Zeiten, bloß dass diese vorbei sind.

Das wahlweise auch auf Blu-ray erhältliche Videomaterial bietet die Aufzeichnung des Gigs in angemessener visueller Form mit nicht zu hektischen Schnitten. Saubere Sache für Fans.

FAZIT: TYKETTO live in einer goldenen Stunde am Abend ihrer Karriere. Wenn man die alten Sleaze-Hardrock-Helden so zocken und grinsen sieht bzw. hört (ersteres, letztes denkt man sich ohne DVD/Blu-ray), könnte man meinen, sie hätten gerade erst mit der Band losgelegt. Hut ab dafür und noch mal (oder erstmals) die alten Scheiben rausgekramt! <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c69c040bbd6e4fa391804a93d56445bb" width="1" height="1" alt="">

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.11.2017

Tracklist

  1. Introduction
  2. Sail away
  3. Strip me down
  4. Nothing but love
  5. Walk on fire
  6. Lay your body down
  7. Standing alone
  8. Seasons
  9. Burning down inside
  10. Wings
  11. Forever young
  12. Rescue me
  13. Reach

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Frontiers / Soulfood

  • Spieldauer

    57:33

  • Erscheinungsdatum

    03.11.2017

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