ANCST aus Berlin spielen schwarzen Hardcore. Auf dieser EP, die bereits ihre fünfte Veröffentlichung in diesem Jahr darstellt, darf man bisweilen auch von “todes-schwarzem” Hardcore sprechen, um bei verschämten Eindeutschungen zu bleiben.
Deutlich ist, dass ANCST auf “Abolitionist” einen härteren Weg, als auf früheren, sich mehr am Post-Black Metal orientierenden Releases einschlage wollen. Das wird besonders für diejenige deutlich, die sich die Vier-Song-EP als CD zulegt; die physische Version wird mit drei älteren Songs, unter anderem “Gehenna of Fires” von der Split mit KING APATHY aufgemöbelt.
Deutlich (nicht nur in diesem Vergleich) wird leider auch, dass ANCST mit dieser EP nicht gerade an Qualität zugelegt haben. Abgesehen vom unerfreulichen Drumsound bietet die Band hochgradig uninspirierte Riffs, die im Verbund mit dem in meist langweiliger Artikulation eingeschrieenen Gesang nicht das mindeste Spannungsfeld erzeugen. Über das anonyme Bedienen eines Stils kommen ANCST erst mit dem letzten Song “Degradation & Subordination” hinaus, der gleichsam den Übergang zum wesentlich interessanteren Zugabe-Material weniger kontrastreich macht.
FAZIT: ANCST tun sich mit dieser Veröffentlichung keinen rechten Gefallen. Abgesehen von wenigen Momenten und einer rühmlichen Ausnahme bietet “Abolitionist” allenfalls solide Genrebedienung, “Fleisch und Kartoffeln”, um zum Eindeutschen zurückzukommen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.12.2018
Tom Schmidt
Lifecore Records
27:00
16.11.2018