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Breaking Benjamin: Ember

Stil: Alternative Rock/Metal, Post Grunge

Cover: Breaking Benjamin: Ember

Man sagt, durch die Augen eines Menschen kann man in seine Seele blicken. Angewendet auf das Cover des neuen Albums der Post-Grunge/Alternativ Metal Truppe BREAKING BENJAMIN aus Pennsylvania tun sich hier tatsächlich menschliche Abgründe auf, denn man blickt in einen feurigen Schlund, dessen Bodenlosigkeit sich erahnen und reichlich Raum für Interpretationen lässt.

Die Texte sind adäquat finster und vermitteln den Eindruck tiefer Hoffnungslosigkeit bei gleichzeitig vollkommener Zerrissenheit. Schon mit der ersten Single des mittlerweile sechsten Studiowerks klopfte man vehement bei diversen Psychoanalytikern an, die bei Aussagen wie: „Try to find a reason to live – NO!“ wohl postwendend therapeutische Maßnahmen einleiten würden.

Die Musik ist entsprechend heftig und mit Sicherheit das bisher härteste Material der Mannen um BENJAMIN BURNLEY. Zwar gibt es immer noch reichlich Hooks und eingängige Melodien, die sich allerdings im Dschungel der Roars und Growls den Weg in die Gehörgänge erst einmal freischaufeln müssen.

Dort angekommen, entfaltet sich das Gesamtkunstwerk allerdings prächtig und knüpft mit Highlights wie „The Dark Of You“, „Blood“ und „Save Yourself“ nahtlos an beste BREAKING BENJAMIN Traditionen an, die die Hörer/Innen mit in eine Welt nehmen, in der die in den Texten gespiegelte Hoffnungslosigkeit perfekt durch grandiose Melodien konterkariert wird.

Mit „Close Your Eyes“ wird dann die zuvor konzeptionell behandelte Sinnlosigkeit überwunden, es gibt plötzlich wieder Hoffnung, denn die Dunkelheit macht dem Traum Platz, den man wieder zum Leben erweckt und dessen Strahlkraft das Leben wieder lebenswert macht.

FAZIT: BREAKING BENJAMIN liefern mit ihrem neuesten Werk „Ember“ ein Konzeptalbum dunkelster Prägung ab, das mehrere Durchläufe benötigt, um sich in seiner ganzen Genialität erfassen zu lassen und sicherlich nicht der Kategorie Easy Listening zuzuordnen ist. Die Roar- und Growl - Dichte ist ausgesprochen hoch und trägt dazu bei, die Wirkung der düsteren Texte zu verstärken. Starke Melodien brechen den Weltschmerz erfolgreich auf, so dass es am Ende doch noch das ersehnte Happy-End gibt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.06.2018

Tracklist

  1. Lyra
  2. Feed The Wolf
  3. Red Cold River
  4. Tourniquet
  5. Psycho
  6. The Dark Of You
  7. Down
  8. Torn In Two
  9. Blood
  10. Save Yourself
  11. Close Your Eyes
  12. Vega

Besetzung

  • Bass

    Aaron Bruch

  • Gesang

    Benjamin Burnley

  • Gitarre

    Jasen Rauch, Keith Wallen, Benjamin Burnley

  • Schlagzeug

    Shaun Foist

Sonstiges

  • Label

    Hollywood Records

  • Spieldauer

    38:45

  • Erscheinungsdatum

    13.04.2018

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