Die neuseeländische Band mit dem dreifach tödlichen Namen samt Ausrufezeichen-Trio ist wieder zurück. Bereits mit dem siebten Album. Es heißt „Charm. Offensive.“ Aber eine echte Charme-Offensive klingt natürlich völlig anders. Aber das ist doch klar, denn schließlich heißt das ausgeflippte Trio aus Neuseeland nicht umsonst DIE! DIE! DIE!! (Das letzte „!“ wurde zum aussagekräftigen Abschluss des Kritiker-Satzes verwendet!)
Am Sound von DIE! DIE! DIE! hat sich auch auf „Charm. Offensive.“ nicht wirklich viel geändert: dieser Indie Rock mit psychedelischen Experimenten in Kombination mit atmosphärisch Shoegaze, bei dem niemals Langeweile aufkommt, aber man bei einigen Psyche-Bramborium doch recht hart gesotten sein muss. Sogar zum Ende des Albums hin – und das ist wirklich neu – treiben es die Neuseeländer so sehr auf die Spitze, dass man tatsächlich an die Früh-BARRETT-Phase von PINK FLOYD denkt, als die ihre Geheimnisse während eines interstellarischen Überflugs noch inmitten von Untertassen suchten. Aber es schleicht sich auch die eine oder andere Punk-Attitüde oder sogar etwas Hit-Appeal, wie beim Album-Opener <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zoCJ_BqfQBs" rel="nofollow">„How Soon Is Too Soon (It‘s Not Vintage It‘s Used)“</a>, in ihre 12 Songs ein.
Natürlich lieben die drei Jungs nach wie vor auch den Noise, egal ob in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=1hBQm7vNDY0" rel="nofollow">„Bottlecaps And Phones“</a> oder dem instrumentalen Bass-Brummer „Caterpillar“, der sich zum schweren Psyche-Gewitter entwickelt und in dem man die seltsamsten Tiergeräusche zu hören vermeint.
Selbstverständlich passen sich auch die Texte in ihrer Eigenart der eigenartigen DIE! DIE! DIE!-Musik an, deren Inhalte sich zugleich allesamt in den Motiven des Digipak-Covers verbergen. Die Band lotet damit nicht nur ihre Grenzen aus, sondern überschreitet sie nach Belieben, um, nachdem sie sich punkig in die Lippen haben beißen lassen, beim großen Album-Finale „Only Thing I Want“ wieder zu ihrem verhallten Noise-Indie-Rock zwischen Krach und Melodie zurückzukehren und genau das zu bestätigen, was die Presse zu den Neuseeländern, die diesmal nicht nur Erinnerungen an VIOLENT FEMMES wecken, sondern auch von deren Produzenten Chris Townsend unter ihre Fittiche genommen wurden, vermeldete: „Cathartic, direct, indispensable... You will know them as DIE! DIE! DIE!“
FAZIT: Zwischen Lärm und Pop, Shoegaze und Punk, Noise und Harmonie, Psyche und Indie ist mal wieder alles dabei, was das lebendige Herz mit offenen Ohren wahrnimmt, wenn es DIE! DIE! DIE! und deren „Charm. Offensive.“ verfällt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.01.2018
Rory Attwell
Andrew Wilson
Andrew Wilson
Michael Prain
Sound Of Subterrania/Cargo
43:15
06.10.2017