Zurück

Reviews

Die So Fluid: One Bullet From Paradise

Stil: Alternative Rock

Cover: Die So Fluid: One Bullet From Paradise

Rund drei Jahre lang war dieses Album in der Mache, doch Schicksalschläge (Mitbegründer und Drummer Al Fletchers Tod) und Veränderungen geschäftlicher Art verzögerten die Arbeit an und Veröffentlichung von "One Bullet From Paradise". Die Hinterbliebenen Georgina „Grog“ Lisee (Vocals, Bass) und Drew Richards (Synthesizer, Gitarre) spannten im Herbst 2016 Skinny Puppys Justin Bennett (auch My Life With The Thrill Kill Kult) als Drummer und Produktionshelfer ein, sodass der Umsetzung eines Unheil verkündenden Projekts nichts mehr im Weg stand.

"One Bullet From Paradise" steht nämlich im Zeichen von Kali Yuga bzw. des bevorstehenden Weltuntergangs. Ob er eintritt oder nicht, stilistisch haben sich DIE SO FLUID nur geringfügig verändert, was vielleicht auch gut so ist.

Trotz verschiedener Aufnahmesessions in den Vereinigten Staaten, England und Italien hinterlässt die Scheibe einen kompakten Eindruck, vor allem vermutlich dank der Schöpfer selbst, bei denen es sich bekanntlich um findige Songwriter handelt. Das Duo respektive Trio tut sich weiterhin durch Instant-"Hits" wie 'Bittersweet' hervor, die sich diesmal verstärkt auf resignierende bis regelrecht wütende Tracks ('Tomorrow Doesn’t Always Come' einer-, 'We Were Born To Kill Each Other' andererseits) verstehen. Passgenau dazwischen: die Ballade 'Farewell' … vielleicht als Abschied von Fletcher?

Die limitierte Auflage enthält das Bonus-Live-Album "Draw a Line And Cross It", mitgeschnitten in Tempe im US-Bundesstaat Arizona, und die stylische Gestaltung durch Filmemacher Dan Schaffer rundet das Projekt im Sinne eines in sich geschlossenen Gesamtkunstwerks angemessen ab. Als ehemaliger Major-Label-Act mag man mittlerweile finanziell kleinere Brötchen backen, ist aber künstlerisch nach wie vor auf der Höhe.

FAZIT: DIE SO FLUID setzen sich auf "One Bullet From Paradise" mit existenzialistischen Fragen auseinander, die sie in radiokompatible Alternative-Rock-Tracks verdichten, wobei sie teilweise sogar an ihre Zeit als als Feline und später Ultraviolet zurückerinnern. Dies verleiht dem Album einen leisen, nicht unangenehmen 1990er-Touch, der auch Nostalgiker aufhorchen lassen sollte.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.05.2018

Tracklist

  1. humanUnkind
  2. Tomorrow Doesn’t Always Come
  3. Bittersweet
  4. No More Stars
  5. Skeleton Suit
  6. We Were Born To Kill Each Other
  7. Manifest
  8. Uncomplicated
  9. One Bullet From Paradise
  10. Farewell
  11. It’s a Terrible Thing When Your Mind Goes
  12. Bitterness
  13. Disconnected
  14. Test Confessional
  15. Vorvolaka
  16. Kiss The Floor
  17. Draw A Line
  18. Pigsy
  19. Happy Halloween
  20. Existential Baby
  21. Spawn Of Dysfunction
  22. Gang Of One

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Strataville

  • Spieldauer

    45:43 + 50:26

  • Erscheinungsdatum

    04.05.2018

© Musikreviews.de