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Divine Ascension: The Uncovering

Stil: Symphonic Metal

Cover: Divine Ascension: The Uncovering

Merkwürdig: "The Uncovering" ist narzisstisches Brustgetrommel und Pop-Metal zugleich - ein Versuch, "progressive" Ambitionen mit dem Brutalo-Dancefloor von Gruppen wie Amaranthe oder In This Moment zu versöhnen, was eigentlich nur schiefgehen kann. Andererseits klingen DIVINE ASCENSION jedoch erstaunlich beliebig, was vermutlich nicht so beabsichtigt war, aber die Konsequenz ihrer gewollten Zudringlichkeit ist.

Gitarrist Karl Szulik ergeht sich zwischen diszipliniert Pausen für Strophen, in denen Frontfrau Jennifer Borg mit ziemlich beschränktem Stimmumfang ewig gleiche Melodien haucht, in willkürlichen Dudeleien bei andauerndem Keyboard-Einsatz, wobei nicht einmal ein fester Organist zur Besetzung der Gruppe gehört. Auf einer quasi orchestralen Grundlage gelingen DIVINE ASCENSION majestätische Stampfer wie 'Prisoner' oder das längere 'Bittersweet Divide', zu deren Genuss man höhere Erwartungen an die Komponisten allerdings herunterschrauben sollte.

"The Uncovering" ist abgesehen von vielen unbeholfen verschachtelte Riffs (höre 'The Fallen') nämlich leidlich schmackhafte Hausmannskost, gekocht nach Standardrezeptur. Die vielen balladenhafte Momente und Disco-kompatiblen Synthesizer-Sounds schreien nach Breitenwirkung, doch dazu fehlen DIVINE ASCENSION schlichtweg die Hooks, und wenn zwischendurch noch unwirsch herumgegrunzt wird, wirkt die Chose sogar regelrecht albern.

Im Vergleich mit beispielsweise Oceans Of Slumber, die relativ ähnlich ausgerichtet sind, stehen DIVINE ASCENSION erschreckend blass und verkrampft da

FAZIT: "Female-fronted" Mittelmaß - DIVINE ASCENSION klingen trotz "proggy" Ambitionen so glattgebügelt wie ihre schicken Klamotten und sehen nach immerhin schon mehreren Alben und Jahren im Business nach wie vor nicht, dass ihre Ansprüche und die Wirklichkeit dessen, was sie musikalisch leisten, weit auseinanderklaffen. "The Uncovering" ist gerade deshalb ein Trauerspiel, dass es in seiner braven Manieriertheit nicht einmal verärgert, sondern einfach nur vorbeirauscht.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.11.2018

Tracklist

  1. Evermore
  2. Prisoner
  3. The Fallen
  4. Pursuit of Desire
  5. New World
  6. Revolution Phase
  7. Beyond the Line
  8. One Step from Here
  9. Bittersweet Divide
  10. Vultures

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    ViciSolum / Sound Pollution

  • Spieldauer

    50:24

  • Erscheinungsdatum

    16.11.2018

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