Zurück

Reviews

The Mission: Live At Rockpalast

Stil: Hard-, Psychedelic- und Goth-Rock plus Dark- und New-Wave

Cover: The Mission: Live At Rockpalast

Nachdem sich die 1980 gegründeten SISTERS OF MERCY mit ihrer bedrohlich finsteren und zugleich beeindruckend anmutenden Mischung aus Hard-, Psychedelic- und Goth-Rock sowie Dark- und New-Wave vorerst in die Gruft zurückgezogen hatten, tauchten 1986 die beiden „Schwestern“ Wayne Hussey und Craig Adams mit neuer Mission und der Band THE MISSION auf, die in gewisser Weise das musikalische Erbe der barmherzigen Schwestern, angereichert mit einem leichten U2-Flair, aus der Dunkelheit fortsetzten, indem sie wiederum psychedelischen und härteren Rock mit Wave- und Gothic-Elementen vereinten. Eine wirklich gelungene Mission der mächtig lebendigen „Brothers Of Mercy“.

Bis 1989 erschienen drei vielbeachtete Studio-Alben von THE MISSION, aber ihre echten Qualitäten kamen ganz besonders bei ihren Konzerten zum Ausdruck, die dazu führten, dass sich Anfang der 90er-Jahre THE MISSION bereits auf dem Zenit ihrer musikalischen Entwicklung befanden.
Natürlich war auch längst der Rockpalast auf die britische Band aufmerksam geworden. Am 24. November 1990 war es dann so weit: Angesagt durch Alan Bangs traten <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UHtNmpiJSsU" rel="nofollow">THE MISSION im „Rockpalast“</a> in der Düsseldorfer Philipshalle auf und fünf Jahre später folgte ein weiterer Auftritt, in deutlich veränderter Besetzung und einem nun kurzhaarigen Sänger, der am gleichen Ort stattfand.

Beide Konzerte, die rundum von beeindruckender Live-, aber nicht wirklich guter Sound-Qualität sind (Leider gibt es beim ersten Konzert anfangs große Probleme bei der richtigen Abmischung des Gesangs!), liegen endlich auf dieser opulenten Box mit zwei Audio-CD‘s und einer DVD sowie einem achtseitigen Booklet komplett vor. Es war wirklich allerhöchste Zeit dafür!

Zum Zeitpunkt des ersten „Rockpalast“-Konzerts waren THE MISSION im Rahmen ihrer „Deliverance“-Tour unterwegs und promoteten damit ihr außergewöhnlich erfolgreiches „Carved In Sand“-Album aus dem Jahr 1989, das mit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Rck7vZN5dRI" rel="nofollow">„Butterfly On A Wheel“</a> einen echten Hit landete, der natürlich auch live bei dem Konzert zu hören ist. Seltsamerweise aber fehlt der Song beim zweiten Konzert, das zugleich einen deutlichen Wandel – hin zu mehr Bombast und Härte mit einem großartigen weltmusikalischen Ende – von THE MISSION innerhalb der fünf Jahre aufzeigt, welcher unter anderem durch den zusätzlichen Einsatz eines Keyboarders und der neuen Musiker, die von SPEARS OF DESTINY und ALL ABOUT EVE kamen, unüberhörbar ist.

In der Setlist des zweiten Konzerts greifen THE MISSION ausschließlich auf Eigenkompositionen zurück … obwohl sie auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=D_aGmOwu-4M" rel="nofollow">„Swoon“</a> dann doch DAVID BOWIEs „Heroes“ huldigen … während sie beim 90er-Konzert mit „Dream On“ zuerst AEROSMITH covern und außerdem noch eine sehr gelungene Version von NEIL YOUNGs „Like A Hurricane“ hinterherschieben. Interessant ist auch die Tatsache, dass dieses Konzert, welches live im Fernsehen übertragen wurde, noch zu einer Zeit stattfand, als der sonnenbebrillte und barfüßige Sänger Wayne Hussey ausgiebig auf der Bühne seiner Raucherei frönen durfte. Anno 2018 natürlich unvorstellbar. Dafür wäre die Sound-Qualität aber garantiert deutlich besser.

FAZIT: Gleich zwei komplette Rockpalast-Konzerte aus den Jahren 1990 und 1995 von THE MISSION erwarten einen in diesem dicken Digipak mit zwei Audio-CDs und einer DVD sowie einem achtseitigen Booklet. Mission erfüllt! Endlich auch THE MISSION mit allen Rockpalast-Konzerten auf Bild- und Tonträger gebannt, selbst wenn es beim ersten Konzert ein paar Tonprobleme gibt.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.05.2018

Tracklist

  1. <b>DVD</b> (127:00):
  2. <b>= 24. November 1990 in der Düsseldorfer Philipshalle =</b>
  3. Amelia
  4. Childs Play
  5. Severina
  6. Hands Across The Ocean
  7. Butterfly On A Wheel
  8. Into The Blue
  9. Sea Of Love
  10. Kingdom Come
  11. Beyond The Pale
  12. Tower Of Strength
  13. Dream On
  14. Deliverance
  15. Like A Hurricane
  16. Wasteland
  17. <b>= 16. April 1995 in der Düsseldorfer Philipshalle =</b>
  18. Wasteland
  19. Hands Across The Ocean
  20. Sway
  21. Into The Blue
  22. Heaven Knows
  23. Like A Child
  24. Swoon
  25. Beyond The Pale
  26. Deliverance
  27. Tower Of Strength
  28. <b>CD 1 = 24. November 1990 in der Düsseldorfer Philipshalle =</b> (72:19):
  29. Amelia
  30. Childs Play
  31. Severina
  32. Hands Across The Ocean
  33. Butterfly On A Wheel
  34. Into The Blue
  35. Sea Of Love
  36. Kingdom Come
  37. Beyond The Pale
  38. Tower Of Strength
  39. Dream On
  40. Deliverance
  41. Like A Hurricane
  42. Wasteland
  43. <b>CD 2 = 16. April 1995 in der Düsseldorfer Philipshalle =</b> (51:53):
  44. Wasteland
  45. Hands Across The Ocean
  46. Sway
  47. Into The Blue
  48. Heaven Knows
  49. Like A Child
  50. Swoon
  51. Beyond The Pale
  52. Deliverance
  53. Tower Of Strength

Besetzung

  • Bass

    Craig Adams, Andy Cousin

  • Gesang

    Wayne Hussey

  • Gitarre

    Simon Hinkler, Wayne Hussey, Mark Thwaite

  • Keys

    Rick Carter

  • Schlagzeug

    Mick Brown

Sonstiges

  • Label

    MIG Music/Indigo

  • Spieldauer

    251:12

  • Erscheinungsdatum

    27.04.2018

© Musikreviews.de