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The Sheepdogs: Changing Colours

Stil: Americana / Southern Rock

Cover: The Sheepdogs: Changing Colours

Dass Lynyrd Skynyrd und Co. auch in Kanada große Erfolge feierten, die junge Musiker zum Southern Rock konvertiert haben, weiß man spätestens seit dem internationalen Erfolg von THE SHEEPDOGS, die nun ihr bisher vielleicht vielfältigstes Album in diesem Spektrum vorlegen. "Changing Colours" ist demnach ein stimmiger Titel.

Klar, dass man seine Fans als Chart-Combo nicht vom Start weg vor den Kopf stößt - THE SHEEPDOGS stimmen glimpflich auf den bunten Reigen ein, denn sowohl der Einstieg 'Nobody' als auch die erste Single ''I’ve Got Aa Hole Where My Heart Should Be' klingen noch sehr typisch Seventies-rockig, wie man es von der Gruppe gewohnt ist. Nachdem man sich dann über den klischeetriefenden Text von 'Saturday Night' (anscheinend ist der Samstagabend tatsächlich die beste Zeit, um sich zünftig zu prügeln) erheitert hat, überrascht die zweite Single 'Let It Roll' als Beatles-artiger Pop.

'The Big Nowhere' ist wiederum von brüterischem Psychedelic Rock durchdrungen und steht in puncto Stimmung auf derselben Stufe wie das finstere 'I’m Just Waiting For My Time', das als akustische Atempause dient und die Band so introvertiert wie selten zeigt. Anders das selbstironische 'Up In Canada', ein Song gewordener Sonnenschein, wie ihn auch Brian Wilson hätte in seiner Jugend schreiben können. Es ist, als hätten THE SHEEPDOGS die 70er ihres Erachtens abgegrast und würden nun häufiger im vorangegangenen Jahrzehnt weiden, was ihnen ausgezeichnet steht.

Weiterhin charakteristisch bleiben zum Glück ihre traumhaften Gesangsharmonien, die Crosby, Stills & Nash zur Ehre gereicht hätten, und eine Rhythmusgruppe, die frech funky wie die Steve Miller Band aufspielt, nicht zuletzt dank Posaunist und Organist Shamus Currie, dessen Bruder Ewan einmal mehr den Dreh- und Angelpunkt darstellt - mit Stimm-Schmelz und Gesangsmelodien in bester Journey-AOR-Manier. Mutig zudem: Die Band hat fünf reine Instrumental-Jams ans Ende gehängt, unter denen das besonders countryeske 'Cherries Jubilee' hervorsticht - eine sympathische Geste, die von Unbekümmertheit und gelebter künstlerischer Freiheit zeugt.

FAZIT: "Changing Colours" ist ein Zeugnis der Langlebigkeit von THE SHEEPDOGS über etwaige Neo-Southern-Rock-Trends hinaus. Die Band ist jetzt im allgemeinen Classic Rock angekommen und schreibt in diesem Rahmen schrankenlose Musik, die nichts von ihrem einschmeichelnden, aber niemals anbiedernden Hitpotenzial eingebüßt hat. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/7e549db84a2d4842bee6f5e742829d65" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.05.2018

Tracklist

  1. Nobody
  2. I've Got A Hole Where My Heart Should Be
  3. Saturday Night
  4. Let It Roll
  5. The Big Nowhere
  6. I Ain't Cool
  7. You Got To Be A Man
  8. Cool Down
  9. Kiss The Brass Ring
  10. Cherries Jubilee
  11. I'm Just Waiting For My Time
  12. Medley
  13. Born A Restless Man
  14. The Bailie Turnaround
  15. Up In Canada
  16. H.M.S. Buffalo
  17. Esprit Des Corps
  18. Run Baby Run

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Dine Alone / Caroline

  • Spieldauer

    45:24

  • Erscheinungsdatum

    27.04.2018

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