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Reviews

Tiger Moth Tales: Story Tellers: Part Two

Stil: Märchenhafter Progressive Rock

Cover: Tiger Moth Tales: Story Tellers: Part Two

„Story Tellers: Part Two“ von TIGER MOTH TALES, die Ein-Mann-Band des blinden Prog-Musikers PETER JONES, der im Alleingang GENESIS ersetzen könnte, klingt so, als hätte es den enttäuschenden, als Wettbewerbsbeitrag entstandenen ersten Teil von Märchenvertonungen aus dem Jahre 2015 nie gegeben und der glorreiche progressive „Cocoon“ des Debüt-Albums schließt sich wieder für einen progressiven, vielfarbigen Schmetterling, der allerdings an die traurigen Orte unserer Märchen-Welt fliegt und sich einmal mit den „drei kleinen Schweinchen“ in einem übertrieben humoristischen Spaß-Jazz-Musical-Stück verirrt.

Der blätterlose Baum von „Depths Of Winter“ blüht in schönster Blätterpracht auf dem Cover von „Story Tellers: Part Two“ und die Parallele passt hervorragend, denn das zweite Märchen-Prog-Album ähnelt dem Winter-Album sehr und ist sogar oftmals noch etwas schöner, bewegender, faszinierender. Und es macht vor allem den schwachen ersten Story-Tellers-Teil komplett vergessen.
Ein Song des Albums erreicht sogar, dass der Kritiker mit Tränen in den Augen an dieser Review schreibt, weil einerseits mit „Match Girl“ sein traurigstes Märchen aus Kindheitserinnerungen, nämlich „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, im zweiten Teil vertont und noch dazu <a href="https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=YtF6688bY40" rel="nofollow">mit einem Video</a> versehen wurde, das man ohne Tränen wirklich nicht überstehen kann und zu dem ein YouTube-Nutzer, der dem Kritiker aus dem Herzen spricht, (frei übersetzt) kommentiert: „Oh, mein Gott!!! Herzlichen Dank Pete!!! Dies ist absolut umwerfend und wunderschön!!! Der traurigste Song, denke ich, den ich je gehört habe! Bei mir flossen die Tränen, als ich ihn wiederholt gehört habe!!! Vielen Dank!!!!! Du bist der Beste!!“
Den Worten samt aller Ausrufezeichen kann man sich nur anschließen!!!!!

Immer wieder ertönen auch, wie bei Jones bereits gewohnt, die besten an STEVE HACKETT erinnernden Gitarren-Klänge, wenn beispielsweise bei „The Boy Who Cried Wolf“ über einen Schafjungen, dem seine als Scherz verstandenen Lügen am Ende zum tödlichen Verhängnis werden, die bedrohliche Stimmung durch ein sich steigerndes Gitarren-Solo eingeleitet oder aus denen auf dem einzigen Instrumental „Palace“ tatsächlich ein bombastischer Prog-Klang-Palast wird, bis dann mit einem Schlag die Stimmung in die traurige Ballade vom Mädchen mit den Schwefelhölzern umschlägt, bis sich mit „Reprise Best Friends“ der märchenhafte Kreis größtenteils ruhigen, symphonischen Progs schließt. Ein Kreis, der übrigens auf dem Märchen von der Schneekönigin basiert und die Botschaft mit sich bringt, dass wahre Freundschaft nie vergeht.

FAZIT: Nach dem ersten schwachen „Story Tellers“-Teil von TIGER MOTH TALES hofften wir in unserem Fazit, dass nicht auch der zweite Teil auf diesem Niveau bleibt. Alle Hoffnungen werden mit „Story Tellers: Part Two“ von Peter Jones erfüllt: TIGER MOTH TALES laufen wieder zu märchenhafter Prog-Größe auf!

PS: Und wo das Album von Freunden märchenhaften Progrocks gekauft wird, ist ja eigentlich klar, <a href="https://justforkicks.de/shop/progressive/4263/story-tellers-part-two" rel="nofollow">genau hier mit einem Klick</a>!

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.11.2018

Tracklist

  1. Best Friends
  2. Kai‘s Journey
  3. Toad Of Toad Hall
  4. Hundred Acre Wood
  5. Eternity
  6. The Boy Who Cried Wolf
  7. Three Little Pigs
  8. The Palace
  9. Match Girl
  10. Best Friends Reprise

Besetzung

  • Gesang

    Pete Jones, Emma Friend, Kimberley Jones

  • Gitarre

    Pete Jones

  • Keys

    Pete Jones

  • Sonstiges

    Pete Jones (Klarinette, Flöten, Vocoder, Melodica, Xaphoon, Trompete), Mark Wardle (Kornett), Darby (Heulen)

Sonstiges

  • Label

    White Knight Records/Just For Kicks

  • Spieldauer

    47:45

  • Erscheinungsdatum

    02.11.2018

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