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Alter Bridge: Walk The Sky

Stil: Hardrock

Cover: Alter Bridge: Walk The Sky

Nach anderthalb Jahrzehnten Konstanz braucht man ALTER BRIDGE weder mehr eingehend vorzustellen oder zu beschreiben noch allzu aufsehenerregende Neuerungen von ihnen zu erwarten. Die Band hat die typisch amerikanische Disziplin, harten Rock für den Mainstream mit den Gesten des "alternativen" Undergrounds der 1990er zu verschränken, schon seit Langem für sich und andere perfektioniert, muss also weiterhin niemandem etwas beweisen (falls sie überhaupt je dazu gezwungen war) und legt 2019 "nur" noch ein sehr solides Album vor, das zu einem kommerziellen Selbstläufer avancieren dürfte.

Infolge des verheißungsvollen Intros 'One Life' ist 'Wouldn’t You Rather' eine angemessen knallige Eröffnung und in seiner breitbeinigen Art genauso mustergültig wie die Power-Ballade 'Clear Horizon', die bei aller Konventionalität glaubwürdig tiefere Gefühle vermittelt. Das dramtaische Doppel aus 'Take The Crown' und 'Indoctrination' passt zum leicht pathetisch Grundton des Albums insgesamt, wobei die aktuellen Alice In Chains ein Glanzlicht wie 'Walking On The Sky' nicht besser hätten hinkriegen können. 'Dying Light' markiert dann das klassisch versöhnliche Finale nach einem turbulenten Auf und Ab.

Das Quartett hat inmitten all dessen allerdings eine Trumpfkarte im Ärmel, die man erst auf den zweiten Hör entdeckt - das alles andere überstrahlende 'In The Deep', das den heute Classic Rock genannten Sound der Seventies würdevoll ins Hier und Jetzt transferiert, quasi wie ein von Grand Funk Railroad oder Bachman Turner Overdrive mit einem Groupie aus den 1990ern gezeugter Bastard. In puncto Klassiker-Potenzial ist dieser Nummer das bombastisch ausladenden 'Pay No Mind' dicht auf den Fersen. In 'Native Son' fliegen die Riffs einerseits Nu-metallisch tief, doch das zeitlose Flair, das Alter Bridge schon immer zu etwas Besonderem machte, bleibt im vollem Umfang erhalten

FAZIT: ALTER BRIDGE - da weiß man, was man hat. Die Band ist auch 2019 ein unfehlbarer Garant für überlebensgroßen US-Rock mit Metal-Kante und Melodien bzw. Riffs für die Ewigkeit … überzogen mit einer dünnen Patina aus Hollywood-Schwulst, der man nicht widerstehen kann, so sehr man sich dagegen sträubt. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/dffeacfc242a43cca5cb59133daec147" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.10.2019

Tracklist

  1. One Life
  2. Wouldn’t You Rather
  3. In The Deep
  4. Godspeed
  5. Native Son
  6. Take The Crown
  7. Indoctrination
  8. The Bitter End
  9. Pay No Mind
  10. Forever Falling
  11. Clear Horizon
  12. Walking On The Sky
  13. Tear Us Apart
  14. Dying Light

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Napalm / Universal

  • Spieldauer

    50:29

  • Erscheinungsdatum

    18.10.2019

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