Zurück

Reviews

American Grim: Ultra Black

Stil: Modern Metal

Cover: American Grim: Ultra Black

Man muss kein Schwarzmaler sein, um der Menschheit keine lange Existenz mehr auf diesem Planeten zu bescheinigen, wenn sie so weitermacht wie bisher, und ob AMERICAN GRIM etwa mit ihrer Musik dagegen unternehmen können oder nicht: "Ultra Black" ist ein bestärkendes Album.

Marilyn Mansons ideeller kleiner Bruder Ryan Grim brüllt tapfer gegen das Böse, Machtmissbrauch und Manipulation, während seine Mitstreiter Chart-taugliche Hybriden aus Elektronik und rhythmisch geprägtem Rock aus dem Boden stampfen. Die bemühte Horror-Ästhetik des Projekts ist genauso hinlänglich bekannt (siehe den wirklich bestechenden Videotrack zur Single 'Nightmare') wie das Potpourri aus Stilmitteln, die es zum Verbreiten seiner Botschaften verwendet - neueren US-Hardcore, Nine-Inch-Nails-Industrial und Post-Nu Metal der Marke Slipknot, die insbesondere in den Gitarrenriffs und drei, vier bewusst auf hymnisch getrimmten Refrains ('So Sick', Titelstück, ) durchschimmern.…

Eigentlich ist "Ultra Black" dem ungleich konstruierter wirkenden Debüt der Skandinavier Mister Misery, das gerade erschien, nicht unähnlich, doch die Musik klingt authentischer und nicht am Reißbrett konstruiert. Mit dem nervösen 'Tell Me' oder dem rabenschwarzen 'Asylum', die eindeutig von Dubstep und Grime beeinflusst worden sein müssen, wenn man sich die harten Rap-Parts und Sub-Bässe - beides tragende Säulen der jeweiligen Komposition - vor Augen führt, unterstreichen AMERICAN GRIM nachdrücklich, dass sie keine unbeleckten Trend-Kinder sind, und pflegen ihre wahrscheinlich tiefer in die Vergangenheit synthetisch verbrämter Heavy-Mucke reichenden Wurzeln.

Darum muss man sich nicht wundern, wenn sie in besonders harschen Momenten an Skinny Puppy oder Nitzer Ebb denken lassen, und dass die letzten drei Tracks in ihrer atmosphärischen Dichte viel von Frontline Assembly bzw. Rhys Fulbers Auftragsarbeiten für andere (Fear Factory) haben, erklärt sich ebenfalls quasi von selbst.

FAZIT: Guter Electro Rock mit Message, nicht mehr und nicht weniger. <img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/4ac815d9d56146718f68fa0c74387636" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.10.2019

Tracklist

  1. Ghost
  2. Nightmare
  3. Tell Me
  4. Living Terror
  5. Ultra Black
  6. So Sick
  7. Paralyzed
  8. Asylum
  9. Gods And Kings
  10. Breathe
  11. White Walls
  12. Follow Me
  13. Alone (Hate Me)

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    eOne / SPV

  • Spieldauer

    45:03

  • Erscheinungsdatum

    11.10.2019

© Musikreviews.de