DESTRUCTION machen es SODOM nach und sind seit Kurzem als Quartett unterwegs.
Dass das frische Blut in Form von DAMIR ESKI?, der neben Urgestein MIKE die zweite Gitarre spielt, für einen Vitalitätsschub bei den Baden-Württembergern gesorgt hat, war bereits im Frühjahr auf der Tour mit OVERKILL zu bemerken. Und auch im Studio scheint der Neuzugang der Band gut getan zu haben. Denn so knackig und zugleich nah an den Glanztaten aus den Achtzigern klangen DESTRUCTION lange nicht mehr.
Bereits im Opener gibt es kompromisslosen Thrash der alten Schule. Und auch wenn die hohen Screams von SCHMIER eher einem fiesen Grummeln gewichen sind, sind fast alle Trademarks noch da. Dabei schafft es die Band, die Songs abwechslungsreich und voneinander unterscheidbar zu gestalten – eine Aufgabe, an der gerade jüngere Thrash-Bands des Öfteren mal scheitern.
Bei den Altmeistern sitzen die Riffs und Breaks und durch souveränes Spielen mit dem Tempo entsteht zum Beispiel in „Betrayal“ eine dichte Atmosphäre.
In „Butchered For Life“ zeigen Destruction, dass sie es auch komplexer können. Mit Akustikgitarre, Klargesang und einem vertrackten Aufbau gibt es einige eher untypische Elemente, die der Band aber gut zu Gesicht stehen. Spätestens im Refrain mit den fetten Shouts regiert dann aber wieder die klassische Thrash-Schule. Dass sie die auch noch beherrschen, zeigt das räudige „Tyrants Of The Netherworld“, das direkt danach kommt nochmal im Schnelldurchgang.
„Born To Perish“ besticht nicht zuletzt durch gutes, abwechslungsreiches Songwriting und eine Produktion, die nicht zwanghaft modern klingt, sondern der Band einen Sound verpasst hat, der zu ihr und der Zeit passt. So ist „Born To Perish“ das wahrscheinlich stärkste Destruction-Album der letzten Jahre.
FAZIT: In der neuen Vierer-Besetzung ziehen DESTRUCTION alle Register und veröffentlichen mit „Born To Perish“ ein gelungenes Thrash-Metal-Album, das ihnen in dieser Art wahrscheinlich nicht mehr viele zugetraut hätten. Auch wer die Band in den letzten Jahren aus den Augen verloren hat, sollte ihr nach diesem Album eine neue Chance geben.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.08.2019
Schmier
Schmier
Mike, Damir Eskíc
Randy Black
Nuclear Blast
50:18
09.08.2019