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Diamond Head: Coffin Train

Stil: Heavy Metal

Cover: Diamond Head: Coffin Train

Unter den frühen britischen Metal-Bands, die bis heute existieren und nie richtig groß herausgekommen sind, ist keine so ausgezeichnet gealtert wie DIAMOND HEAD, auch wenn man im Grunde nur noch von Gitarrist Brian Tatler als letztem verbliebenen Gründungsmitglied sprechen kann. Die Gruppe war bekanntlich nie vor Besetzungswechseln gefeit, doch angesichts der Qualität ihres jüngeren Outputs steht zu hoffen, dass sich nach all der Zeit endlich so etwas wie Konstanz eingestellt hat.

Der Veteran musste sich mitunter zu Recht Vorwürfe gefallen lassen, die Orientierung verloren zu haben, auch wenn sie wirklich nie Bockmist verzapfte, weder als NWOBHM-Posterboys mit fettem Majorlabel-Vertrag noch mit Prog-Eskapaden wie "Canterbury" oder im Zuge ihrer Modernisierung nach dem Einstieg des austraischen Sängers Nick Tart. Dessen Nachfolger Rasmus Bom Andersen, ein dänischstämmiger Engländer, stand jüngst für seine zweite Studioproduktion mit den alten Herren - Drummer Karl Wilcox gehört immerhin schon seit Beginn der 90er dazu - hinterm Mikro, und auch ansonsten kann man beim Ergebnis der Sessions, das nun vorliegt, von wiedergefundener Klasse sprechen.

Wie schon 2016, als "Diamond Head" in Angriff genommen wurde, stand für "The Coffin Train" eine Fülle von Songideen bereit, die es zu sondieren galt. Das Rennen gemacht haben tatsächlich keine schwachen Nummern, wobei 'Belly of the Beast' als flotter Rock-'n'-Roller zum Einstieg wunderbar passt. In 'The Messenger' und 'The Phoenix' (Soundgarden-verdächtig, ob man's glaubt oder nicht …) kommen DIAMOND HEADs bluesige Wurzeln zum Tragen, komplett mit rauen Vocals und stampfenden Grooves, bevor 'The Coffin Train' und 'Shades of Black' den getragenen Teil traurig des Albums ausmachen.

Labbrige Balladen reicht die Band jedoch nicht ein, und selbst 'The Sleeper' wirkt mit seiner dezenten symphonischen Untermalung nicht klebrig, sondern knallt auch dank der druckvoll modernen, aber zu DIAMOND HEAD passenden Produktion. 'Death by Design' kommt wieder belebender daher und bereitet in stimmiger Weise auf das opulente Finale 'Serrated Love' vor, in dessen Verlauf der Frontmann abermals an Chris Cornell erinnert.

Mit "The Coffin Train" befindet sich die legendäre Band voll auf der Höhe der Zeit, auch wenn ein bisschen mehr Tempo insgesamt nicht geschadet hätte.

FAZIT: DIAMOND HEAD erleben seit einigen Jahren auf ihre alten Tage hin einen neuerlichen Zenit. Das Duo Brian und Ras hat seinen Mitstreiter auf "The Coffin Train" ausnahmslos gute bis sehr gute Hardrock- bis Metal-Songs kompiliert, die so deutlich auf eine ausgeprägte eigene Identität verweisen, wie es in der turbulenten Historie der Band lange Zeit nicht der Fall gewesen ist, und allein schon für den jugendlichen Biss, den der betagte Teil der Mitglieder hiermit hervorkehrt, kann man die Gruppe nicht genug würdigen. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/9acdd897cf1648e8941d6808f5357702" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.05.2019

Tracklist

  1. Belly of the Beast
  2. The Messenger
  3. The Coffin Train
  4. Shades of Black
  5. The Sleeper (Prelude)
  6. The Sleeper
  7. Death by Design
  8. Serrated Love
  9. The Phoenix
  10. Until We Burn

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Silver Lining / Warner Music

  • Spieldauer

    54:32

  • Erscheinungsdatum

    24.05.2019

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