Zurück

Reviews

Dream Theater: Distance Over Time

Stil: Progressive Metal

Cover: Dream Theater: Distance Over Time

Das 14. Album der wohl erfolgreichsten und beständigsten Prog Metal-Band der Welt markiert eine Rückbesinnung auf vergangene Tugenden, wirkt aber anders als ihre selbst betitelte Scheibe vor einigen Jahren nicht wie ein schaler Aufguss von bereits Bekanntem, auch wenn sich wiederholt Bezüge zu früheren DREAM THEATER-Werken herstellen lassen.

‚Untethered Angel‘ stellt in seiner Düsternis die Weichen für weite Teile des darauffolgenden Rests, doch neben „Train Of Thought“, dem finstersten Langspieler des Quintetts überhaupt, klingt bisweilen auch der Über-Klassiker „Images And Words“ an, etwa im melodischen Schmeichler ‚Paralyzed‘. ‚Fall Into The Light‘ lässt mit bluesigem Riff fast an Metallica in ihrer experimentellen 90er-Phase denken, nimmt aber bombastische Züge an, die in bester Tradition von John Petrucci und Co. stehen.

Mit dem kurzen, unspektakulären ‚Room 137‘ und der allzu simplem Ballade ‚Out Of Reach‘ enthält „Distance Over Time“ zwei empfindliche Schwachpunkte, die allerdings durch das rhythmisch nervöse ‚S2N‘ mit prägnantem Bassmotiv und das teils euphorische, teils lakonische ‚Barstool Warrior‘ aufgewogen werden – von den zwei längeren Tracks ganz zu schweigen. Insbesondere ‚Pale Blue Dot‘ reiht sich hinter den vielen Großtaten solcherart ein, die den Status der Band über die Jahre hin zementiert haben.

Dass sie bei so viel Klasse nicht mehr für fünf Cent innovativ ist, verschmerzt man angesichts ihrer unbestreitbaren Leistung fürs Genre, und schnöde auf Nummer sicher geht sie hiermit schließlich auch nicht. Die 2016er Scharte „The Astonishing“ ist jedenfalls ausgewetzt.

FAZIT: Lassen wir James LaBrie selbst zu Wort kommen: „Die Arbeit an „The Astonishing“ war extrem strapaziös, was wir diesmal vermeiden wollten. Stücke wie ‚Fall Into The Light‘ oder ‚Pale Blue Dot‘, das ja sehr lang dauert, entstanden für unsere Verhältnisse spontan und sehr schnell, weil wir eben direkt miteinander kommunizierten. „Distance Over Time“ zeugt darum von einer Band, die nicht lange fackelt, sondern das tut, was sie am besten kann, und dabei auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreift. In gewisser Weise spiegelt unsere Vorgehensweise die Arbeit in Tonstudios wider, so wie sie in den 1970ern war. Led Zeppelin und andere haben ihre zeitlosen Meisterwerke damals im Grunde nicht anders komponiert und aufgenommen als wir in diesem Fall.“ <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/b144c3af430c4ede96b82f0b8732bb38" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.02.2019

Tracklist

  1. Untethered Angel
  2. Paralyzed
  3. Fall into the Light
  4. Barstool Warrior
  5. Room 137
  6. S2N
  7. At Wit's End
  8. Out of Reach
  9. Pale Blue Dot
  10. White Viper

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Inside Out / Sony

  • Spieldauer

    57:33

  • Erscheinungsdatum

    22.02.2019

© Musikreviews.de