Drei Jahre nach dem Vorgänger „Afterglow“ tut sich bei den Jungs um Johan Sjörblom wieder etwas und zwar ganz gewaltig. „Alarms!“ heißt das neue Werk der Schweden, die sich mit ihrer fünften Studioscheibe anschicken, ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte aufzuschlagen.
Zu Beginn wartet die Band mit einer Überraschung auf, denn das bombastische „Fireland“ ist nicht irgendein Opener, sondern bildet zusammen mit „Dark City Pt I&II“ (The Black Album bzw. Four) eine Trilogie, die gemäß dem Untertitel „The End Of Dark City“ hiermit ihre Vollendung findet, da „Dark City“ nicht nur durch die „tickende Bombe“ bedroht, sondern letztendlich sogar zerstört wird: „Dark City is gone“. Eine bedrückende Vision, denn der „madman in control“ ist in Teilen der Welt durchaus Realität.
Mit „Alarms In Silence“ setzt sich die Tendenz fort, den zuckersüßen Hooks per düster-visionären Texten entgegen zu treten, die die Hörer/Innen in einen Spannungskreis einschließen, aus dem es offenen Ohres kein Entrinnen gibt.
Mit wenigen Ausnahmen wie „Run Red“, einer New Wave Ballade, die Zwischenmenschliches thematisiert, sind die Texte düster und gehaltvoll, voller Weltschmerz und vermitteln kraftvoll die Sehnsucht nach einer Welt ohne Kriege und Waffen, ohne Umweltverschmutzung („Pointless Action“), so dass man mit „Alarms!“ eigentlich ein Konzeptalbum vor sich hat, das Belanglosigkeiten eine klare Absage erteilt. Neben den gereiften, kompositorischen Fähigkeiten, klingt die Scheibe seitens der Produktion ebenfalls deutlich zeitgemäßer als der Vorgänger und stellt die dezente, aber dennoch markante Gitarrenarbeit in den Vordergrund.
Schnörkellos und mit dem Anspruch, tanzbare Nummern für die Ewigkeit zu produzieren, findet sich auf „Alarms!“ ein ganzes Bündel musikalischer Highlights, die es in dieser Form von den Schweden noch nicht gegeben hat. Für mich das neue Signature-Album der Band.
Womit wir auch schon beim FAZIT wären, das durchweg positiv ausfällt, denn mit ihrem fünften Studioalbum „Alarms!“ sind THE EXPLODING BOY zurück im Business und lassen den etwas in die Jahre gekommenen Ansatz, den THE CURE beständig weiter verfolgen und den Schweden aufgrund des von ihnen gewählten Bandnamens jahrelang anhing, hinter sich. Der Aufbruch zu neuen Ufern kann als Erfolg gewertet werden, wie nicht zuletzt die überaus erfolgreiche Tour beweist. Gerne mehr davon.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.01.2019
Mattias „Musse“ Svensson
Johan Sjöblom, Stefan Axell
Lars „Les“ Andersson, Johan Sjöblom, Stefan Axell
Nick Isgren
Richard Ankers
Drakkar
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18.05.2018