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The Last Detail: At Last … and Other Stories

Stil: Progressive Rock

Cover: The Last Detail: At Last … and Other Stories

Sie gehörten zu den frühsten Neo-Prog-Acts der Niederlande, die im Sog der alten Helden des Landes (Focus) und vor allem der britischen Hit-Maschine (zu Anfang ihrer Karriere) Marillion ab den späten 1980 entstanden: THE LAST DETAIL, hervorgegangen aus der Formation Ywis, 1988 Debütanten mit dem Kassettenalbum "The Silhouette " und nur ein Jahr später dank "Waterford" fest im Szene-Untergrund etabliert.

1990 erschien das Gesellenestück der Gruppe, die sich in Eigenregie stetig weiter hocharbeitete und allenthalben bzw. notgedrungen mit Mini-Labels wie der damals ebenfalls erst flügge werdenden Firma Freia kollaborierte: "At Last … The Tale". Die Konzeptplatte markierte zugleich THE LAST DETAILs Abgesang, wenn man von der 1991 nachgereichten EP "The Wrong Century" absieht. Die alten Geschäftspartner der Musiker, um die es über die Jahre hin ruhig wurde, haben nun das Gesamtwerk dieser Vorreiter auf zwei CDs kompiliert und mit einem informativen Begleitheft zu einem stimmigen Paket für Prog-Historiker geschnürt.

Das Material wurde umgekehrt chronologisch aufbereitet und klanglich nachbearbeitet, obwohl die Originale bereits anständig produziert waren, wohl um ein einheitliches Hörgefühl zu bieten. "The Silhouette" und "Waterford" befinden sich also gemeinsam auf der zweiten CD, beide sozusagen Kinder ihrer Zeit: Keyboard-lastig, sehr melodisch und voller Details, die den thematisch zusammenhängenden Songs insofern angemessen erscheinen, als diese eine Geschichte erzählen.

Mitunter wirken die Arrangements sogar beinahe so opulent wie bei den Amerikanern Starcastle oder der kanadischen Institution Saga, am die zudem die Vocals erinnern. THE LAST DETAIL können kein Wässerchen trüben, befinden sich also meistens auf der Sonnenseite des Art Rock und passten mit ihrer im besten Sinn naiven Musik genau in jene Zeit.

Davon abgesehen, dass der Katalog der Combo praktisch nicht mehr in den jeweiligen Erstauflagen aufzutreiben ist, besitzt diese Sammlung den zusätzlichen Mehrwert einiger Einzeltracks, die es seinerzeit nur auf Sampler o.ä. schafften. "At Last … and Other Stories" ist also das definitive Komplettprogramm in Sachen THE LAST DETAIL.

Keyboarder Julian Driessen und Sänger Ruud Stoker sollten später Timelock gründen, denen gleichsam wenig Erfolg zuteil wurde. Nichtsdestoweniger darf diese umfassende Werkschau Genre-Fans eine eingehende Auseinandersetzung mit THE LAST DETAIL wert sein.

FAZIT: Prog-Geschichte, gelehrt in wie fürs Label gewohnt optisch wie klanglich sehr ansprechender Form. Wer sich mit der niederländischen Szene beschäftigt, kommt an THE LAST DETAIL nicht vorbei. <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/aebbd84d3e344d0fad672582be12f995" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.02.2019

Tracklist

  1. CD1:
  2. Man Out of Time
  3. The Wrong Century
  4. On the Edge
  5. Kingdom's Road
  6. Innocence
  7. Answers
  8. Bearhind Line
  9. Letter to Chadwick
  10. Lucinda
  11. So Many Nights
  12. Mirrors
  13. The Feast
  14. Near the Thames
  15. Gloves & Boots
  16. The Document
  17. The Overture
  18. Beneath the Waterfall
  19. Imagining
  20. The Forest
  21. The Duckery Mells
  22. Fire and Ice
  23. Alisia
  24. CD2:
  25. Overture
  26. The Prophet
  27. The Journey
  28. Beneath The Waterfall
  29. Imagining
  30. The Forest
  31. The Prince Of Darkness
  32. The Battle
  33. Alisia
  34. The Battle (Parts I & II)
  35. A New Beginning
  36. Waterford Castle
  37. Bearhind Lane / Letter To Chadwick
  38. Lucinda
  39. The Marquis Of W.
  40. Mirrors
  41. The Feast
  42. Near The Thames
  43. Gloves And Boots
  44. Fire In The Night
  45. The Document / The End

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Freia

  • Spieldauer

    148:34

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2019

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