Schlepp-Passagen machen noch keinen Doom, und ein paar Unisono Doppel-Gitarren-Leads in Zeitlupe garantieren noch nicht, dass man als klassisch aufgestellte Rock- bis Metal-Kapelle wahrgenommen wird, die quasi im Geist von Thin Lizzy oder Iron Maiden musiziert. THE REST OF US IS DEAD gerieren sich jedoch dazu, aber ihre aktuelle Sechs-Track-EP ist nur mit zugedrücktem Auge auf überregionaler Ebene vorzeigbar.
Gitarrist Chris ergeht sich bisweilen in arg einfältigen Akkordfolgen ('Ride') mit Provinzmief, die Produktion von "Phoenix" klingt nach Heimcomputer, insbesondere die unschön zischenden Becken sowie der kratzige Dicke-Hose-Gitarrensound, und Sänger Martin "Deathmaster" glänzt weder mit seinem aufgesetzten Geknödel noch als typischer Aggro-Shouter. Wenn der Frontmann das Krümelmonster mimt, im Growl-Brustton intoniert oder sein wackliges Vibrato einsetzt, wird es ganz schlimm, ja regelrecht lachhaft. Von seinen klischeehaften "fuck"-Flüchen wollen wir gar nicht erst anfangen.
THE REST OF US IS DEAD überzeugen wie so viele Anfänger allenthalben in flotten Momenten, die "Phoenix" jedoch leider abgesehen von 'Strange' weitgehend entbehrt. Stattdessen bekommt man Sumpf-Gurken der Marke 'The End So Far' und das statisches Riff-Geschiebe von 'Taken By The Sun' vorgeseht, das die kompositorischen Schwächen der Schmöllner besonders deutlich offenbart. Was Wunder dann, dass der verkrampfte Groover 'The Metal We Play' wie Black Label Society mit Stock im Arsch bei einem Umtrunk in Omas Schrebergarten klingt … oder so.
Newcomer hin oder her, auf breiter Ebene muss man so etwas wie diese EP nicht unbedingt veröffentlichen. Außer euren Freunden, liebe Protagonisten, wird das Ding niemand hören wollen.
FAZIT: THE REST OF US IS DEAD müssen noch fleißig an sich arbeiten, um ihren Southern-Metal- und Classic-Rock-Vorbildern annähernd das Wasser reichen zu können. Dieser "Phoenix" ist mitnichten aus Asche auferstanden, sondern hat eine klassische Bruchlandung hingelegt. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/05acb43d996448679b28289e28b95a18" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.03.2019
Cry Out Records
26:12
01.03.2019