Zurück

Reviews

Thormesis: The Sixth

Stil: Black Metal

Cover: Thormesis: The Sixth

Was uns das verantwortliche Label hiermit als "kompromisslos" andrehen möchte, ist einmal mehr nur herkömmliches Gerödel, wie man es insbesondere auf dem Ragnarök Festival zu Lichtenfels jeden Frühling am Fließband vorgesetzt bekommt. Nach "Trümmerfarben" dient "The Sixth" als weiterer anschaulicher Beleg dafür, dass THORMESIS längst kreativ verarmt sind, falls sie als Band im deutschen Black Metal überhaupt jemals viel zu sagen hatten.

In ihrer soweit zwölfjährigen Laufbahn haben die Musiker aus dem Süden des Landes schließlich nie mehr geboten als soliden Black Metal der neueren Schule, und auch ihr sechstes Album setzt brav überall dort Häkchen, wo man heute Kompetenzen vorweisen muss, um einen Posten in der deutschen Szene zu besetzen. Muttersprachliche Texte? Check. Pagan-Heldentenöre? Check. Hinzu kommen viele Blastbeats, nie zu viel Keyboard und ein druckvoller Sound, der die melodische Komponente – ein Hauptaugenmerk der Band – optimal zur Geltung bringt.

Am Ende bleibt von „The Sixth“ aber vor allem der Eindruck zurück, die beiden Komponisten Travos und O.D. wollten ihren Stil neuerdings mithilfe post-rockig flirrender Gitarren aktualisieren. Nicht dass das schlimm wäre, bloß sind sie zu spät an und bestätigen lediglich noch einmal Epigonen (absolut ordentliche wohlgemerkt) statt Impulsgeber zu sein. Das Dumme daran? Von dieser Sorte gibt es beileibe zu viele Bands.

Dass die zweisprachige Lyrik ständig zwischen verquaster Pseudo-Philosophie und "paganem" Heldenquark wechselt, ist genauso Genre-typisch, und wer sich selbst in dieser Hinsicht unverbesserlich weiß, wird sicherlich Freude an "The Sixth" haben. Unsere Anspieltipps für die Methorn-Schwinger-Fraktion: 'One Last Tear For Every Burned Soul' und 'Zeichen zum Grund', die für Frontmann Velsir ausdrucksstärkste Nummer

FAZIT: Mit "The Sixth" bleiben THORMESIS auch beim sechsten Anlauf Heidenmetall-Dutzenware, wahlweise für den nächsten Mittelaltermarkt oder wie oben erwähnt die alljährliche Götterdämmerungs-Sause in Ostdeutschland. <img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/847d3e5584d949daa5f56b6ac0e42e91" width="1" height="1" alt="">

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.04.2019

Tracklist

  1. Sonnen
  2. Thy Morbid Drunken Ways
  3. Chor der Toten
  4. Zeichen zum Grund
  5. Lichtermeer
  6. One Last Tear For Every Burned Soul
  7. Deadened Skies

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    MDD / Soulfood

  • Spieldauer

    44:08

  • Erscheinungsdatum

    08.03.2019

© Musikreviews.de